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Kleine Unternehmen aus der Region - oder nur eines, dafür schnell und günstiger?

Wer soll das Schulzentrum Nord bauen?

HAMELN. Schneller und dadurch günstiger – oder mit Beteiligung vieler kleiner Handwerksunternehmen aus der Region, dafür aber langsamer und teurer? Wer das 30-Millionen-Projekt Schulzentrum Nord bauen soll, das müssen nun Hamelns Politiker entscheiden.

veröffentlicht am 12.05.2016 um 14:48 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:16 Uhr

Wiebke Kanz

Autor

Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite

Auf den ersten Blick liest sich die Vorlage mit der Bezeichnung „101/2016“ genau so spannend wie ihr Name: Am 15. Juni soll der Hamelner Stadtrat beschließen, ob „die Bauleistungen für die Baumaßnahmen am Schulzentrum Nord“ entweder „aufgeteilt nach Fachlosen (…) europaweit nach den Vorgaben des Gesetztes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB), der Vergabeverordnung (VgV) und der Vertragsordnung für Bauleistungen – Teil A (VOB/A)“ ausgeschrieben werden sollen – oder doch lieber „zusammengefasst zu einer Generalunternehmer-Ausschreibung“. Reinstes Behördendeutsch. Auf den zweiten Blick aber erweist sich dieser Grundsatzbeschluss doch als wichtiger: Mitte Juni nämlich soll im Grunde darüber entschieden werden, ob man beim Bau des Schulzentrums Nord den üblichen Weg geht und jedes einzelne Gewerk, vom Rohbau über den Maler bis zum Dachdecker, einzeln europaweit ausschreibt. Oder: Ob man den gesamten Auftrag an nur ein Unternehmen vergibt, das sich dann um alles kümmert. Die Vor- und Nachteile beider Ausschreibungsmodelle wurden als erstem Gremium den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung vorgestellt. Eine Ausschreibung der einzelnen Gewerke, hieß es dort, habe den Vorteil, dass die Stadt bis ins kleinste Detail über die Planung und Ausführung entscheiden kann. Der Nachteil allerdings bestehe darin, dass der Bau auf diese Weise teurer werde – weil er länger dauert.

„Schreiben wir einzeln nach Gewerken aus, brauchen wir ein halbes bis ein Jahr länger für den Bau“, sagt Isabella Gifhorn, die im Rathaus den Fachbereich Planen und Bauen leitet. Diese Verzögerung ergebe sich durch die vielen unterschiedlichen Ansprechpartner und daraus, dass die einzelnen Arbeiten zeitlich voneinander abhängig sind. Und eine längere Bauzeit bedeute höhere Kosten, rechnet Gifhorn vor – bei geplanten Kosten von ohnehin knapp 30 Millionen Euro kein Aspekt, der leichtfertig hingenommen werden sollte. Diese Verzögerungen gebe es bei der Vergabe des Bauauftrages an nur ein Unternehmen nicht, sagt Gifhorn weiter. Zudem habe man bei etwaigen Mängelansprüchen nur einen Ansprechpartner. Aber: Bei diesem Modell wären die Umbau- und Sanierungsarbeiten am Stammgebäude des Albert-Einstein-Gymnasiums nicht inbegriffen. Hier ist ein eigener Architekt zuständig.

Stadtbaurat Hermann Aden sagte am Mittwoch vor dem Ausschuss, er empfinde „große Sympathie für die Generalunternehmer-Ausschreibung“. Bei einzelnen Mitgliedern des Gremiums stand diese allerdings im Verruf, den Mittelstand außen vor zu lassen. SPD-Ratsfrau Karin Echtermann befürchtet, dass im Falle einer Auftragsvergabe an nur ein Unternehmen das heimische Handwerk leer ausgeht. Es sei jedoch nicht unüblich, dass Bauträger mit Firmen aus der Region zusammenarbeiten, sagte Aden – nur vorhersagen könne man dies nicht.

Letztendlich schloss sich der Ausschuss einstimmig der Empfehlung der Verwaltung an und sprach sich für eine Generalunternehmer-Ausschreibung aus. Das letzte Wort hat am 15. Juni der Rat.



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