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Bezirksverein der Kleingärtner verhandelt über TÜV-Prüfung der Spielgeräte in den Gärten

Wer soll das bezahlen?

HAMELN. Die Mitgliederversammlung des Bezirksvereins der Kleingärtner mit 16 Kleingartenvereinen aus dem Kreis Hameln-Pyrmont wurde vom stellvertretenden Vorsitzenden Willi Pientok eröffnet. Anwesend waren auch Politiker und Vertreter der Verwaltung. Denn ein Thema brennt den Kleingärtnern des Bezirks unter Vorsitz von Wolfgang Schünemann besonders auf den Nägeln: Die Finanzierung der jährlich erforderlichen Überprüfung der Spielgeräte.

veröffentlicht am 23.03.2017 um 00:00 Uhr

An regelmäßigen Gesprächen mit Ralf Wilde (Fachbereichsleiter Umwelt) und Stefan Mros (Grünflächenamt) im Rathaus nahmen Wolfgang Schünemann und Willi Pientok teil. Dabei ging es um die Spielplätze. Eine neue Verordnung verlangt von den Vereinen eine grundsätzliche Prüfung und regelmäßige Kontrolle der Spielplätze durch den TÜV. Dieses kostet jeden Verein jährlich 400 Euro; so viel Geld könne aber kaum ein Verein aufbringen, berichtet Schriftführerin Renate Eccles. Die Folge wäre, dass alle Spielgeräte entfernt werden.

Da die Kleingartenanlagen aber zum öffentlichen Grün der Stadt gehören, das von den Kleingärtnern gepflegt wird, besteht nun Verhandlungsbedarf. Leider habe man seitens der Stadt bisher kein Interesse signalisiert, die Vereine bei der Erhaltung der Spielplätze zu unterstützen.

Ein weiteres Thema war erneut der riesige Laubbaum vom KGV am Brösselweg. Gepflanzt wurde er von der Stadt Hameln und war dem Naturdenkmalschutz zugeordnet. „Vor ein paar Jahren, als der Baum zu groß und zu alt wurde“, so Eccles, „bekam der Verein einen Brief von der Stadt, in dem stand, dass der Baum aus dem Naturdenkmalschutz genommen wurde und jetzt dem Verein bzw. dem Bezirksverband gehört.“ Dieser Baum muss dringend gefällt werden, aber der Verein kann das nicht ohne professionelle Hilfe machen. Die Kosten dafür kann der Verein nicht aufbringen.

Da Stefan Mros und Ralf Wilde sagen, dass sie nicht helfen können, der Baum aber inzwischen solche Ausmaße angenommen hat, dass die Stadt ihn schon vor der Übergabe mit dicken Drahtseilen gesichert hat, braucht der Verein dringend Hilfe. Bei Sturm kann es gefährlich werden, wenn auch nur einer der dicken Äste abbricht und jemanden verletzt. Deshalb sind auch zu diesem Thema dringend die Politiker gefragt.

Nach den Berichten weiterer Vorstandsmitglieder (Kasse, Versicherung und Fachberatung), der Aussprache zu den Berichten und Entlastung des Vorstands hielt Bürgermeister Volker Brockmann eine kurze Ansprache. Er bedankte sich für die Einladung und erklärte, dass es im Rathaus schon Baumgespräche gegeben habe, aber er werde noch einmal mit Ralf Wilde darüber sprechen. Um den Baum vom Brösselweg zu fällen, werde er mit dem THW reden, ob es Möglichkeiten gebe, zu helfen. Das Problem mit den Kinderspielplätzen will Volker Brockmann im Rathaus erneut ansprechen; es sei ein Thema, das auf die Tagesordnung des Umweltausschusses kommen sollte.

Eine Beitragserhöhung des Bezirksvereins wurde einstimmig genehmigt. Die zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder wurden ebenso einstimmig wiedergewählt. Der Haushaltskostenvoranschlag 2017 wurde ebenfalls genehmigt.

Der Schriftführer des Landesverbandes (LNG), Burkhart Balkenhol, überbrachte Grüße vom Präsidenten des LNG, Joachim Roemer, und berichtete, dass es in diesem Jahr wieder viele Seminare und Veranstaltungen geben werde. Angeboten würden 12 Tagesseminare, darunter acht Themenseminare, wovon auch eines in Hameln stattfinden werde.

Zum Ende der Versammlung meldete sich Gfd Helmut Bläsche und bat ums Wort. Der ehemalige Polizist wollte noch einmal auf die Probleme der Vereine mit den Spielplätzen aufmerksam machen. Schließlich seien nicht nur die Spielplätze, sondern die gesamten Anlagen öffentliches Grün der Stadt Hameln. Sie verursachten bislang weder Arbeit noch Kosten für die Stadt, es werde alles von den Vereinen getragen. Darum sei es notwendig, dass die Politik sich einbringe und für die Vereine eine Kostenbeteiligung erreiche.

Wolfgang Schünemann berichtete, dass der LNG nach dem Freistellungsbescheid des Bezirksverbandes gefragt habe. Leider gebe es immer noch einen Mitgliedsverein, der noch nicht die steuerliche Gemeinnützigkeit beantragt habe. Dieser Verein mache es dem BV sehr schwer, in Kontakt mit ihm zu kommen. Der Vorstand sei weder telefonisch noch persönlich zu erreichen, auf E-Mails werde nicht geantwortet. Langsam würde auch der Landesverband ungeduldig. Schünemann: „Wir müssen dieses Problem unbedingt lösen.“

Dringend gesucht werden Kleingärtner, die auch ein Ehrenamt im Vorstand übernehmen wollen. Zur Teilnahme am Landeswettbewerb der Kleingärtner hat sich der KGV Riepenbach entschlossen. Fachberater Andreas Berger berichtete von der neuen Homepage des Bezirksverbandes und erklärte, dass noch einiges, wie die Vordrucke für die Versicherung, fehle, aber in Kürze alles vollständig sein werde. Zu finden ist die Homepage unter www.kg-freunde.de.PR



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