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1111 Jahre Kloster / Erntefest-Umzug

Wer nicht auf die Wagen passt, feiert am Straßenrand

Möllenbeck (wm). Auf 19 ebenso phantasie- wie liebevoll gestalteten Wagen feierte Möllenbeck am Sonntagnachmittag die 1111-Jahr-Feier seines Klosters und dazu das Erntefest mit einem beeindruckenden Umzug durchs Dorf. Das restliche Möllenbeck, also die, die nicht mehr auf die Wagen passten, stand am Straßenrand und applaudierte. Für die Kinder regnete es Süßigkeiten und Herren über 18 durften mal vom "Klostertrunk" nippen.

veröffentlicht am 24.09.2007 um 00:00 Uhr

Feiern macht hungrig: Die Klosterjäger hatten sogar einen Grill

Das Thema für den Umzug gab diesmal unübersehbar die Historie vor und viele Akteure hatten dafür sichtlich den Kostümfundus von Theatern wie Verleihern "geplündert". An der Spitze - aktuell konfessionell nicht ganz korrekt - dafür standesgemäß, Pastor Roland Trompeter mit Mitra an der Seite von Ortsbürgermeister Reinhold Kölling in seidenem Wanst. Ihrer Kutsche folgte ein bunt gemischtes Volk: Deutsch-Orden-Ritter und Augustinermönche, Klostergeister und Klosterjäger, Handwerker und Gesinde, Musketiere, Kaufleute und Waldarbeiter (mit Ausblick auf die Energiekrise: "Ist das Kloster nicht geheizt, sind die Mönche arg gereizt!"). Nonnen wie Mönche verteilten Flugblätter mit historischem Schriftgut ans zahlreiche Publikum. Einmal in korrekter Form ("die Stiftsdamen, meist Töchter aus höchstem Adel, pflegten einen christlichen Lebensstil"), dann in der eher frivol-liederlichen Variante ("lobe den Mönch, der immer kann. Halleluja!").Und wenn Damen etwas machen, dann gründlich - so fehlte dem Nonnen-Gefährt wahrlich kein in Kirchenmauern gebräuchliches Utensil vom Beichtstuhl bis zum Klingelbeutel. Der wollte dann auch gefüllt sein, wie neugierige Passanten schnell feststellen mussten. Der harte Beat, der aus voll aufgedrehten Lautsprechern von den Wagen fetzte und wenig mit besinnlichen Orgelklängen gemein hatte, machte dann auch deutlich, wie die Hommage an Hildburg& Co beim Umzug gemeint war: Karnevalesk, also nicht ganz ernst zu nehmen. Dieser Vorgabe passte sich auch die ausgelassene Stimmung der Akteure an: Schon beim Abmarsch kreisten Trinkhörner und der Sinnspruch auf dem letzten Wagen, nämlich dem der Jungbauern - Reminiszenz an die Ernte - mahnte zumindest für diesen Tag wohl vergeblich: "Trinkt der Bauer mittags Rum, werden alle Furchen krumm!"



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