weather-image
27°
Schwungvoll-schmissig: 200 Schüler beim ersten Schaumburger Bläserklassentreffen auf dem Bückeburg

"Wer musiziert, der driftet nicht nach rechts ab"

Obernkirchen (rnk). Der Landrat nahm sich Zeit. Gut eine Stunde lauschte Heinz-Gerhard Schöttelndreier den diversen Bläserklassen, die Sonntag Nachmittag auf dem Bückeberg eine Kostprobe ihres Könnens gaben. Wer musiziere, so Schöttelndreier, stärke seine Abwehrkräfte, drifte nicht nach rechts ab, sondern werde in eine Gemeinschaft integriert.

veröffentlicht am 19.06.2007 um 00:00 Uhr

0000452642-11-gross.jpg

Die Idee selbst ist gut zehn Jahre alt: In den Schulen wird den Schülern ermöglicht, ein Holz- oder Blechblasinstrument zu erlernen. In Niedersachsen haben seit dieser Zeit rund 15000 Schüler diese Möglichkeit ergriffen, jedes Jahr sind es allein im Landkreis 230, die das auf zwei Jahre in den Klassen fünf und sechs befristete Projekt annehmen, erklärt Lutz Göhlmann als kommissarischer Leiter der Kreisjugendmusikschule, die bei diesem Projekt mit den Schaumburger Schulen zusammenarbeitet. Damit sei Niedersachsen, und nicht etwa Bayern, das Bundesland mit den meisten Blechbläsern. Höchst erfreulich sei zudem, dass sehr viele Schüler nach dem Ende der sechsten Klasse ihrem Instrument treu bleiben würden. Göhlmann berichtet von einer Klasse in Bad Nenndorf, in der die über den Schul-Förderverein zur Verfügung gestellten Instrumente nach dem Projekt-Ende von 25 der insgesamt 30 Schüler gekauft wurden. Göhlmann: "Die wenigsten springen ab." Apropos Bad Nenndorf: Die Bläserklasse 6b des Gymnasiums Bad Nenndorf unter der Leitung von Andreas Hettwer war vorgestern während des zweistündigen Konzertes primus inter pares, Bester unter seinesgleichen. Wie sich die Klasse durch "Smoke on the water", "Surfin' USA" oder durch den "Fluch der Karibik" (stilecht mit Piraten-Augenklappe) spielte, riss die Zuhörer auf dem jbf-Gelände zu Zugabe-Rufen hin. Dass das Repertoire der Bad Nenndorfer an diesem Tag überaus rockig war, dies sei eher zufällig der Fall, erklärt Hettwer. Generell komme es auf diese Mischung an: ein bisschen Rock, ein bisschen Klassik - auch, wenn die Kinder am Anfang für alles zu begeistern sei: "Vielfalt ist immer gut, denn eine Bläserklasse ist ja keine Rockband." Zu verstecken brauchte sich auf der regensicheren Bühne niemand, zumal einige der Musiker erst vor ein paar Monaten mit dem musizieren begonnen haben - umso größer der Mut, sich vor einigen hundert Zuhörern, die dem Konzert den Anstrich eines großen, freundlichen Picknicks verliehen, zu präsentieren. Erstaunlich war zudem die große Bandbreite der Repertoires: Von den Beatles über klassische Melodien bis hin zu Queen - jede Klasse klang anders. Und genau dies sei ja auch der Hintergrund des 1. Schaumburger Bläsertreffens gewesen, erklärt Göhlmann: Man solle sich anhören, was die anderen Klassen bieten würden, außerdem sei es eine gute Gelegenheit, Bekannt- und Freundschaften zu schließen. Teilgenommen haben die Bläserklassen des Gymnasiums Ernestinum in Rinteln (Klasse 6/3), die "Blue Notes" und die "Red Bandits" des Wilhelm-Busch-Gymnasiums Stadthagen, die Bläserklasse 5b des Gymnasiums Bad Nenndorf, die Bläserklasse 7a der IGS Stadthagen sowie die Schaumburg/Hess. Oldendorfer "All Stars", hinter denen sich die Teilnehmer eines Wochenend-Workshops verbargen, den Göhlmann auf den Bückeburg angeboten hatte. Am Schluss standen dann alle Schüler und Schülerinnen auf der Bühne und musizierten - ein schönes Bild.

0000452642-12-gross.jpg
0000452642-13-gross.jpg
0000452642-14-gross.jpg
0000452642-15-gross.jpg
0000452642-12-gross.jpg
0000452642-13-gross.jpg
0000452642-14-gross.jpg
0000452642-15-gross.jpg


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare