weather-image
Stadtrat streitetüber Besucherleitsystem für die Bückeburger Niederung / Punktsieg für Befürworter

Wer kennt schon Wachtelkönig und Silberreiher?

Bückeburg (kk). Macht ein Besucherleitsystem mit Aussichtsplattform in der Bückeburger Niederung Sinn? Über diese Frage leisteten sich die Ratspolitiker am Donnerstagabend einen bemerkenswerten Schlagabtausch. Der Ratsvorsitzende Reinhard Luhmann musste die Kontrahenten sogar zur Ordnung rufen.

veröffentlicht am 10.02.2007 um 00:00 Uhr

In die Renaturierung der Bückeburger Niederung wurden bereits er

Bemerkenswert ist der Streit im Rahmen der Haushaltsberatungen insbesondere, da es "nur" um 7500 Euro ging, während die übrigen 24 691 600 Euro ohne Gegenstimmen "durchgewunken" wurden. Für die Mehrheitsgruppe aus SPD, FDP, UWG und Grünen warb Bernd Insinger (SPD) für das Projekt. Es diene dazu, die Bedeutung des "relativ einzigartigen Biotops" darzustellen und die Natur den Bürgern näher zu bringen. Christopher Wuttke (CDU) bestritt den Nutzen: "Das dient nicht dem Umweltweltschutz." Ludwig Pohl (CDU) sieht bei einer Verwirklichung Probleme zum Beispiel in Form verstopfter Wege auf die Landwirte zukommen und präsentierte 200 Unterschriften gegen das Projekt. Und darum geht es im Detail: Geplant ist ein Besucherinformationssystem, das Naturinteressierte ganz gezielt in die Niederung und damit an die Natur heran führen soll. Informationstafeln, Wegweiser, Faltblätter und eine Besucherplattform zur Naturbeobachtung sind angedacht. In vielen Naturschutzgebieten wird ähnlich vorgegangen. 7500 Euro muss die Stadt beisteuern, dieübrigen Gelder kommen über den Kreis von der Europäischen Union. Argumente der Befürworter: Gezielte Besucherführung ("bis hierher und nicht weiter"), umweltpädagogischer Ansatz, Naturerlebnis für die ganze Familie sowie Touristen. Argumente der Kritiker: Autoverkehr, Besucher abseits der Wege, Müll und Folgekosten für die Stadt. Wolfhard Müller (SPD) warf der CDU vor, gemeinsame Positionen, die am "Runden Tisch" gefunden worden seien, zu ignorieren, und sich nicht richtig informiert zu haben. Müller: "Wir wollen keine Abkürzungen für Autofahrer" und mahnte Sperren für Pkw an, die die CDU bisher immer abgelehnt habe. Auch Cornelia Laasch (Grüne) schlug in diese Kerbe: "Ich freue mich, dass die CDU die Belastung durch den Autoverkehr erkannt hat." Sie hob den umweltpädagogischen Ansatz des Projektes hervor: "Wer kennt schon Wachtelkönig und Silberreiher?" Für bedrohte Tier- und Pflanzenarten und eine einmalige Feuchtlandschaft könne das Projekt sensibilisieren. Müllers Vorschlag: Geld einstellen, die EU-Zuschüsse abwarten, dann im Detail beraten. Wuttkes Kompromiss: Broschüren und Schilder ja - mehr nicht. Eine Einigung kam nicht zustande. In der (geheimen) Abstimmung setzten sich klar die Befürworter durch: 22 zu zwölf Stimmen für das Besucherleitsystem.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt