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Die "Freitagsmänner" der VTR üben ihren Sport quer durch die Generationen aus

Wer ist mit 80 noch ein Volleyball-Ass? "Das ist Hermann! Unser Hermann!"

Rinteln (cok). Wo ist er denn nun, der 80-Jährige? Keine Chance, ihn unter den "Freitagsmännern" zu entdecken, der bunten Volleyballtruppe der VTR, bei der doch keiner älter als Anfang 60 aussieht. "Doch, unser Hermann, der ist da", heißt es. Und da steht er auch - ein kleiner drahtiger Mann, Hermann Deppe, der in diesem Jahr seine 50-jährige Mitgliedschaft in der Vereinigten Turnerschaft Rinteln (VTR) feiern kann.

veröffentlicht am 28.03.2007 um 00:00 Uhr

Da sieht doch keinerälter als Anfang 60 aus - aber einer ist sch

Das Volleyballspiel scheint wirklich jung zu halten und vor allem auch die Generationen zu verbinden. Zwischen Anfang 30 und eben diesen sensationellen 80 Jahren alt sind die "Freitagsmänner", die sich freitags in der klassischen Schulsporthalle der Grundschule Nord treffen, seit weit über zwei Jahrzehnten, immer unter der Leitung von Friseurmeister Achim Wruck. Die Mannschaften zusammenzustellen, das aber ist Hermann Deppes Aufgabe. Klar. "Ich habe schon so viele kommen und gehen sehen", sagt er mit breitem Lächeln. "Ich kenne mich aus!" Dass sich Männer unterschiedlichen Alters am Freitag zum Sportvergnügen treffen, begann schon vor dem Zweiten Weltkrieg. In den sechziger Jahren dann favorisierten sie das Volleyballspielen, nicht nur, weil viele der ursprünglichen Mitglieder ein wenig in die Jahre kamen und ein Spiel bevorzugten, bei dem man nicht so verrückt herumrennen muss, sondern weil sich hier auch diejenigen zusammenfinden, die das taktische Volleyballspiel dem stark körperbetonten Fuß- oder Handball vorziehen. "Wir müssen uns hier nicht kneifen", meint Achim Wruck. "Den Vollkontakt, den gibt's erst nachher beim Bier." Dann spielen sie erst mal eine Runde, und man kann wieder sehen, was für ein schön anzuschauendes Spiel Volleyball eigentlich ist. Sechs Mann auf jeder Seite vom hohen Netz und der leichte Ball, wie er über mehrere Anspielstationen mit Fingern und Handgelenken in die Luft gehoben wird, um möglichst elegant in einer Lücke zwischen den Gegnern dann doch den Boden zu berühren. Hermann Deppe braucht sich auch vor den Jüngsten nicht zu verstecken. Seine Mannschaft liegt vorn und so mancher Punkt geht dabei auf sein Konto. Gerade hat er einen Ball haarscharf und für die Gegner unerreichbar an der Auslinie platziert. "Das ist Hermann!", rufen seine Freunde. "Unser Hermann." Und der sagt gut gelaunt: "Ist das nicht ein tolles Spiel?" Ja - das ist es wirklich.

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