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Die Schönheit eines Frühlings…

Wer im Herbst die Zeichen der Zeit erkannte, freut sich jetzt über den Flor

Die Schönheit eines Frühlings zeigt sich im schönsten Blau der Traubenhyazinthen, die in der Lage zu sein scheinen, uns den Himmel auf Erden zu bereiten.

veröffentlicht am 15.04.2017 um 00:00 Uhr

Ein Meer aus Traubenhyazinthen: Muscari verwildert gerne und viel. Foto: ey

Autor:

Jens F. Meyer

Muscari lautet ihr botanischer Name, und er steht für Vielfalt, denn erstens gibt es zahlreiche Sorten (auch weiße). Und zweitens sind Traubenhyazinthen fleißig, wenn es um Verwilderung geht. Aus einem Dutzend wird binnen weniger Jahre schnell eine Armada.

Die Traubenhyazinthe ist nur eine von vielen bezaubernden Zwiebelblumen, die zwischen Februar und Mai das wärmer werdende Jahr bunt ausmalen. Auch die Osterglocken (Narcissus), die Tulpen (Tulipa), die Hyazinthen (Hyacinthus) und Blausterne (Scilla) gehören dazu. Nicht zu vergessen: die Krokusse (Crocus) und Schneeglöckchen (Galanthus). Weitere Arten bereichern die Anlagen ebenfalls, aber nur dort, wo sie auch bereits Monate zuvor gepflanzt worden sind. Die Schönheit eines Frühlings ist also vor allem auch ein Spiegelbild dessen, was der Gartenbesitzer im Herbst getan oder gelassen hat, weil die beste Pflanzzeit für frühlingsblühende Zwiebelblumen nun einmal von September bis November ist.

Das Integrieren solcher Blumen in eine bestehende Anlage ist nicht schwierig, sollte aber dennoch mit Augenmaß geschehen. Denn: Zwiebelblumen haben nur dort ihren Sinn, wo sie sich in Ruhe entfalten können und der Boden nicht umgegraben wird. Unter Gehölzen stehen sie ideal. Auf Rasenflächen können sie zu strahlenden Inseln werden. Im gemischten Staudenbeet sind sie nur dort eine Bereicherung, wo nicht in jedem Jahr Neuanpflanzungen anstehen. Aber wo die jährliche wechselnde Sommerbepflanzung erblühen soll und also der Boden tiefer aufgelockert wird, finden Blumenzwiebeln keine Ruhe.

Tulpenblüten schließen sich am Abend. Hier schweben sie über dem bereits dichten Grün von Rittersporn und Akelei. Foto: ey
  • Tulpenblüten schließen sich am Abend. Hier schweben sie über dem bereits dichten Grün von Rittersporn und Akelei. Foto: ey

Jetzt blühen sie erst einmal, und das ist wahrhaft schön. Perfekt zum Osterfest stehen vielerorts die Osterglocken im Zenit, mal gefüllt, mal einfach beblümt, und in wenigen Tagen werden die Dichter-Narzissen (Narcissus poeticus) ihre Schönheit entfalten, nicht nur optisch, sondern auch mit ihrem besonders schmeichelnden Duft. Nach dem Flor welkt das Laub. Wenn es trocken ist (Juni / Juli), kann es ausgezupft werden, ohne die Zwiebel mit herauszuziehen. Und im Spätsommer und Herbst ist Pflanzzeit. Daran denken jetzt nur wenige, ist schon klar, aber die Schönheit eines Frühlings, von der hier schon mehrmals die Rede war, drückt sich letztlich auch in der steten Aufmerksamkeit des Gärtners aus, der während des Frühlings und Sommers seinen Blick dafür schärft, wo Zwiebelblumen gut integriert werden und ihren festen Platz finden können.

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