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Händler umliegender Städte sorgten sich einst um ihre Einnahmen – eine Bestandsaufnahme

Wer hatte Angst vor der Stadtgalerie?

Weserbergland. Ausbluten der Innenstädte und verheerendes Abfließen von Kaufkraft in das neue Einkaufszentrum am Hamelner Pferdemarkt hatte man vor fünf Jahren in den Städten im Radius von 45 Autominuten rund um die damals neu eröffnete Stadtgalerie befürchtet. Doch wie gestern eine Umfrage in eben diesen Städten ergab, hat sich die Furcht vor der Hamelner Shopping-Mall teilweise gelegt. Mancherorts ist die Konkurrenz des Center-Marktführers in Europa aber auch gut merkbar.

veröffentlicht am 26.02.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:16 Uhr

Joachim Zieseniß

Autor

Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite

So erinnert sich Oliver Heine, Vorsitzender des Werbekreises Holzminden, dass man ein Abwandern von potenziellen Kunden „aus Neugier“ in den ersten Monaten nach der Eröffnung zwar registriert habe. „Heute merken wir das aber kaum mehr,“ so der Chef eines Schuhmode-Geschäfts. Seiner Meinung nach tun die hohen Spritpreise heute ein Übriges, um die Kundschaft vor Ort zu halten.

Für Helmut Fahle, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Bad Pyrmont, habe die Hamelner Konkurrenz zwar Sorgen gemacht, für die Geschäfte der Kurstadt heute aber sogar einen positiven Effekt hervorgebracht: „Wir haben uns mit Service und Sortiment gut auf die Stadtgalerie vorbereiten können und so viele Hamelner als Neukunden hinzugewonnen, die sich in den inhabergeführten Geschäfte unserer Fußgängerzone einfach wohler fühlen.“ Die Stadtgalerie ziehe eben mehr die jüngere Generation an.

Die Stadtgalerie sei in den vergangenen Jahren schon zu merken gewesen, hat Petra Witte, Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung Bad Münder, beobachtet. Vor allem im Weihnachtsgeschäft sei ein massives Abwandern der Kundschaft in Richtung Hameln zu bemerken. Dann habe ein Shoppingcenter „wo man alles komprimiert kaufen und sich umgucken kann“ schon seine Attraktivität für die Münderaner. Und obwohl per Bahn direkt an Hannover angebunden, spreche ein nicht bis nach Bad Münder reichender Großraumtarif für Bad Münders Kunden dafür, nicht in die Landeshauptstadt Hannover, sondern in die Kreisstadt Hameln zum Einkaufen zu fahren, hat Petra Witte beobachtet.

Gar nicht so große Angst vor der Hamelner Stadtgalerie habe man indes in Rinteln vor fünf Jahren gehabt, erinnert sich Stefan Reineking, Vorsitzender des Stadtmarketing-Vereins Pro Rinteln. Schon damals habe der gut über die Autobahn zu erreichende Werre Park Bad Oeynhausen dem heimischen Einzelhandel Konkurrenz gemacht, weiterer Kundenabzug sei vom geplanten ECE in Minden zu erwarten, so Reineking: Rinteln sei quasi von Shopping-Malls umzingelt, „und wir merken schon, dass es da zu Kaufkraft-Verschiebungen kommt“. Dazu komme, dass die Eröffnung dieser Center in eine Zeit falle, in der in Rinteln viele alteingesessene Einzelhändler in Ruhestand gehen und keine Nachfolger fänden. „Die Zentren werden an Attraktivität gewinnen und die Situation wird sich wohl noch verschärfen“, befürchtet der Pro Rinteln-Vorsitzende.

Das Hamelner Einkaufszentrum hat weite Strahlkraft, wie die Angaben aus dem Jahr 2010 belegen. Laut Stadtgalerie gelten sie noch immer. Das neue ECE-Center in Minden dürfte das Einzugsgebiet etwas beschneiden (siehe Text unten).Wal



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