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Landtagsabgeordnete Ursula Helmhold informiert sichüber Frühförderung der "Lebenshilfe"

Wer bezahlt die Vernetzung der Systeme?

Stadthagen (gus). Die Landtagsabgeordnete Ursula Helmhold (Grüne) hat sich bei der "Lebenshilfe" über den Stand der Dinge in Sachen Frühförderung informiert. Aktuell wird über eine Vernetzung von pädagogischer und medizinischer Betreuung entwicklungsgehemmter Kinder debattiert.

veröffentlicht am 05.06.2007 um 00:00 Uhr

Spielerisches Lernen ist der zentrale Aspekt der Arbeit der "Leb

Die Krankenkassen tragen die Verantwortung dafür, dass die vom Gesetzgeber geforderte Verzahnung beider Teilbereiche noch nicht vollzogen worden ist. Das ist zumindest die Ansicht von Helmhold und Rita Loewa, Leiterin der pädagogischen Frühförderung der "Lebenshilfe" Stadthagen. Diese, so die Mutmaßung, scheuen das Risiko zunehmender Kosten. Genau das sei auch vom Gesetz bezweckt. Das Gesetz sieht vor, dass medizinische und pädagogische Therapiemaßnahmen aufeinander abgestimmt werden. Derzeit arbeiten Pädagogen und Mediziner parallel - und häufig aneinander vorbei. Eine Koordinierungsstelle innerhalb des angestrebten Modells würde Abhilfe schaffen. Der Knackpunkt ist nach Darstellung Helmholds die Finanzierung. Ein gemeinsamer Topf sei von Kommunen und Kassen zu füllen. Die Kassen, so Loewa und Helmhold, sind nicht bereit, ihren Teil zu übernehmen. Deshalb sehen sich die Politiker nach Worten Helmholds derzeit als Schlichter. Kosten entstünden unter anderem durch die Koordinierung. Derzeit gebe es Absprachen zwischen Ärzten oder Krankengymnasten und Pädagogen bei der Behandlung von Kindern allenfalls ehrenamtlich - also auf Basis des guten Willens. Die gesetzliche Verankerung einer interdisziplinären Behandlung zu fördernder Kinder sei deshalb eine Chance, finanziell straffer zu arbeiten und bessere Ergebnisse zu erzielen. Teil des Modells soll sein, dass für jedes Kind ein bestimmtes Budget zur Verfügung steht, welches sich aus einer Art Katalog ableiten lässt. Die Verwendung des Geldes soll jedoch individuell abgestimmt werden - und zwar von Medizinern und Pädagogen gemeinsam. Manfred Seller, Geschäftsführer der "Lebenshilfe", betonte, dass im derzeitigen Abstimmungsprozess über die neuen Vorschriften ein "überschaubares System" gefunden muss. Sonst drohe unnötige Bürokratisierung. Eine Kontrolle über den Umgang mit den Budgets begrüßte Seller. Dieser forderte, dass ein schnelles Umschalten von Therapiemaßnahmen möglich sein muss. Wenn erkannt werde, dass ein bestimmter Behandlungsweg falsch ist, gelte es, sofort umzukehren.



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