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... hat die Verwaltung gut zu tun - Diskussionüber ungesäuberte Gehwege

Wenn Unkraut seine Blüten treibt ...

Bückeburg (rc). Jede Privatperson muss Geh- und Radwege vor ihrem Haus in Ordnung halten, gleichzeitig lässt die öffentliche Hand ihre Flächen verkrauten. Dieses Spannungsfeld beschäftigte jüngst auch den Bauausschuss, wo sich Ratsherr Wolfhard Müller über ein Anschreiben mokierte, das die St adtverwaltung an einen Eveser Bürger geschrieben hatte: mit der Aufforderung, den Gehweg vor seinem Haus in Ordnung zu bringen, da sonst eine Ersatzmaßnahme drohe.

veröffentlicht am 12.09.2008 um 00:00 Uhr

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"Hier wird mit zweierlei Maß gemessen", beschwerte sich Müller und sagte an die Verwaltung gerichtet: "Schauen Sie sich mal den Radweg zwischen Röcke und Petzen an, der gehört der öffentlichen Hand." Die so angesprochene Verwaltung verwies in Person des stellvertretenden Baubereichsleiters Manfred Rettig darauf, dass der Radweg in die Obhut des Straßenbauamtes gehört. Dies hätte bereits Schilder aufgestellt, dass der Radweg in schlechtem Zustand sei. Denn gepflegt werden könne der Weg nicht, da die Unkrautbürste des Reinigungstrupps sonst die bereits reichlich vorhandenen Schlaglöcher noch weiter vergrößere. Aber auch Ratsherr Albert Brüggemann, ebenfalls SPD, sorgte sich um die Sauberkeit Bückeburgs, speziell der Innenstadt. Er könne von Gehweg-Abschnitten berichten, auf denen "Gras und Löwenzahn wuchern" würden; er nahm aber seinerseits die Verwaltung in Schutz: "Die öffentlichen Flächen sind gut in Schuss." Sowohl Ordnungsamtsleiter Heinz Niemeier als auch Manfred Rettig teilten auf Nachfrage mit, dass die Stadt immer wieder Probleme mit ungepflegten Gehsteigen habe, allerdings "immer wieder mit den immer gleichen Eigentümern". Auf "eine Handvoll" bezifferte Rettig die Zahl der "Verdächtigen". Mit einigen liege die Stadt bereits seit Jahren im Clinch und müsse zeit- und kostenaufwendige Ersatzmaßnahmen in die Wege leiten, so Rettig weiter. Und schilderte den Verwaltungsaufwand: Nach entsprechender Beschwerde wird eine Mahnung an den Wildkrautliebhaber losgeschickt, dann folgt die Androhung einer Ersatzmaßnahme, die nach Fristsetzung auch umgesetzt wird. Das heißt: Die Stadt beauftragt eine Fremdfirma, die den Gehweg reinigt und anschließend die Rechnung an die Stadt schickt. Die bezahlt zunächst und muss sich dann das vorgestreckte Geld vom jeweiligen Grundstückseigentümer zurückholen. Dieser hat dann noch das Recht auf Widerspruch. Rettig: "Bis dahin ist es längst Winter und vom Unkraut schon lange nichts mehr zu sehen." Übrigens: Zum Thema Hundekot gibt esübrigens derzeit keine Beschwerden beim Ordnungsamt: "Wir haben alles im Griff, zumindest die Innenstadt", so der Ordnungsamtsleiter.

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