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Sofagast Lemmermann rockt das Haus mit "Lust auf Verantwortung"

Wenn sich Kabarett in einen 60er-Jahre-Beatclub verwandelt...

Rinteln (rd). Restlos ausverkauft war einmal mehr das "Blaue Sofa" mit Ulrich Reineking, und so hatte Butler Walter alle Hände zu tun, um den Damen mit gewohnter Noblesse aus den Regenmänteln zu helfen und die Herren mit dem Schaumburger Begrüßungspils zu verwöhnen.

veröffentlicht am 31.05.2006 um 00:00 Uhr

Der Chef im Ring hatte sich diesmal mit seinem musikalischen Begleiter Volker Buck in das Thema "Rinteln in den 60er Jahren" vertieft und so verwandelte sich in Erinnerung an die große Zeit der Jugendtanzabende das Foyer der Volkshochschule in einen Beatclub, in dem Menschen zwischen 19 und 89 bei "Skinny Minny" in die Hände klatschten oder zu Bob Dylan-Klängen sentimentalen Erinnerungen nachhingen. Dazu gab es launige Anmerkungen zu Citylauf und Feuerwanzen und eine zwerchfellerschütternde Geschichte zu all den Durchgeknallten (vorzugsweise unter den Wohnmobilisten), die sich im Partnerlook auf Geiz-ist-geil-Beutezüge durch Rinteln-City begeben und die Konjunktur durch den Verzehr von Eiskugeln "auf die Faust" ankurbeln. Nach der Pause wagte sich Bürgermeisterkandidat Dr. Marc Lemmermann zu Reineking auf das Blaue Sofa - nicht ohne diesen mit einem CDU-Schirm gegen die Wetterkapriolen dieser Tage zu bedenken: Im Gegenzug erhielt er die goldglänzende Medaille "Trostpreis: Dabeisein ist alles!" mit schwarzrotgoldener Kordel: "Das soll jetzt aber keine Wahlprognose sein", merkte Reineking an und verwies darauf, Bürgermeister Buchholz mit der Plakette "Küss mich - ich habe Geburtstag" bedacht zu haben. Im munteren Gespräch über lokale Wirtschaftsfragen erwies sich der promovierte Herausforderer als ideenreicher Visionär, erbat sich aber für das Handeln an einem möglichen "Tag danach" Bedenkzeit aus: "Ich würde erst mit den Beschäftigten im Rathaus die Probleme analysieren." Auf die Frage, warum er sich denJob angesichts der Lage im kommunalen Finanzbereich antun wolle, statt beispielsweise eine Bankfiliale in Exten zu übernehmen, antwortete Lemmermann staatstragend: "Weil ich Lust auf Verantwortung habe." Offen ließ der Kandidat, ob er als zweiter Sieger interessiert wäre, das Amt des Wirtschaftsförderers zu übernehmen ("da können Sie abwarten, bis Buchholz in Ruhestand geht"). Keineswegs offen ließ Lemmermann aber seine Musik-Vorlieben: Gemeinsam mit Volker Buck rockte er das Haus mit "Bye, Bye, Miss American Pie". Großes Finale mit Geschichten aus Absurdistan und A-cappella-Schnulzen und der Zusage "Auf Wiedersehen im Herbst". Also erst nach den Kommunalwahlen...

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