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Ausnahmeregelungen würden Wettbewerb verzerren / Umsatzeinbußen befürchtet

Wenn schon - denn schon: Wirte für Rauchverbot in allen Gaststätten

Bückeburg (kk). Von diesem Ergebnis sind alle Beteiligten ein wenigüberrascht: Bückeburger Gastronomen sind für ein komplettes Rauchverbot in Gaststätten und Restaurants - wenn es denn überhaupt zu Änderungen im Nichtraucherschutz kommen müsse. Zur Zeit werden entsprechende Gesetze in den Ländern beraten, auch in Niedersachsen. Grund genug für den heimischen Landtagsabgeordneten Friedel Pörtner (CDU), die Stimmung unter Wirten vor Ort zu erkunden.

veröffentlicht am 14.02.2007 um 00:00 Uhr

Rauchfreie Zone: Von links Jens Anskohl, Hermann Fenkner, Friede

Er hatte fünf Vertreter ganz unterschiedlicher Betriebe (stellvertretend für andere Berufskollegen) zum Meinungsaustausch eingeladen. Mit von der Partie waren Hermann Fenkner (Nachbarschaftskneipe und Traditionsgasthaus, Sprecher der Bückeburger Wirte), Jens Anskohl (Café), Fabian Hahn (Szene- und Jugendkneipe), Gerhard Ostermeier (Hotel und Restaurant, Stadtmarketing) und Michael Vogt (Bistro). Friedel Pörtner ist sich sicher, dass es zur Verschärfung des Nichtraucherschutzes kommen wird. Er sieht vor dem Hintergrund der laufenden politischen Diskussion drei Möglichkeiten: ein komplettes Rauchverbot, die räumliche Trennung von Rauchern und Nichtrauchern oder auch ein Verbot nur bis 21 oder 22 Uhr. Hermann Fenkner sähe es am liebsten, wenn sich gar nichts ändern würde. In seiner Gaststätte darf geraucht werden, bei Versammlungen oder Familienfeiern sei diese Entscheidung den Gastgebern überlassen. Fenkners Beobachtung: "Das Rauchen hat insgesamt nachgelassen." Er habe kaum Möglichkeiten, getrennte Bereiche für Raucher und Nichtraucher anzubieten. Und er fürchtet die Drohung rauchender Gäste: "Wenn bei dir nicht mehr geraucht werden darf, kommen wir nicht mehr." Raumprobleme hat auch Vogt im Bistro. Er könne keine abgetrennten Bereiche einrichten und weiß aus Erfahrung: "Schilder und Aufsteller verschwinden." Für etwa die Hälfte seiner Gäste gehöre eine Zigarette zum Bier oder Kaffee einfach dazu. Sollte ein Rauchverbot kommen, sieht er Umsatzeinbußen zumindest für die erste Zeit. Auch Arbeitsplätze seien dann gefährdet. Ganz ähnlich schätzt Jens Anskohl die Situation im Cafe Starback ein. Fabian Hahn könnte im Minchen zwar eine räumliche Trennung bewerkstelligen, müsste dafür aber einen ziemlichen Aufwand treiben. Gerhard Ostermeier verwahrt sich dagegen, durch neue Gesetze zum "Handlager des Staates zu werden". Wirte könnten und sollten keine Aufsicht über Raucher führen. Im Hotel Ambiente registriert er eine steigende Nachfrage nach Nichtraucherzimmern, weitere sollen hinzukommen. Selbstverständlich ist für ihn, dass beim Frühstück oder Essen nicht geraucht wird. Alles Positionen, die nicht unbedingtüberraschen. Als Pörtner jedoch noch einmal klar machte, dass in jedem Fall Änderungen kommen werden, wurde es "interessant": Für einen solchen Fall sind alle fünf Wirte für ein umfassendes Rauchverbot in allen Gasträumen. Hauptargument: Chancengleichheit für alle Betriebe, eindeutige Klärung der Situation für alle Beteiligten. Einig ist man sich zwar auch darüber, dass es (zumindest in der ersten Zeit) Umsatzeinbußen geben werde. Die verteilten sich jedoch gleichmäßiger, als wenn es viele Schlupflöcher und Sonderregelungen geben würde - alle Lokale wären schließlich gleichermaßen betroffen. Im Fall eines Rauchverbotes wäre es auch denkbar, dass Gästegruppen in die Lokale (zurück) finden, die sich bisher aus Gesundheitsgründen fern hielten - zum Beispiel Eltern mit Kindern. Kein Verständnis hätten die Wirte allerdings für ein Rauchverbot im Außenbereich, zum Beispiel in Biergärten oder in der Straßengastronomie.

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