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Eine Leidenschaft, die (auch) Leiden schafft: Rintelner Kurt Krumbein sammelt Modell-Streifenwagen

Wenn rund 300 Autos im Arbeitszimmer parken

Rinteln (mld). Die einen sammeln Briefmarken, die anderen vielleicht Geldmünzen. Ganz anders aber Kurt Krumbein: Die Sammelleidenschaft des Rintelners gilt ausgerechnet amerikanischen Streifenwagen im Miniformat.

veröffentlicht am 25.10.2007 um 00:00 Uhr

Sammler aus Leidenschaft: Kurt Krumbein mit einem Teil seiner Mi

"Das ist ein Brett ohne Ende", seufzt Krumbein und fasst sich an den Kopf. Wie viele Modellfahrzeuge er inzwischen hat, das weiß er selbst nicht so genau. Die Wände seines Arbeitszimmers sind bedeckt mit Schaukästen - allein hier kommt er auf weit über 300 Autos. Doch die Sammlung geht noch weiter, erstreckt sich auch über die Wände des Wohnzimmers, wo Krumbein seine Kollektion von Miniatur-Lkw untergebracht hat. Insgesamt handelt es sich - grob geschätzt - um 500 bis 600 Modelle. Alles begann mit einer unscheinbaren Lkw-Miniatur, die seine Schwiegermutter ihm zum Geburtstag schenkte. Krumbein war bis zu seiner Pensionierung Lkw-Fahrer und jahrelang Mitglied in Modellbauklubs - "also warum nicht selbst mit dem Sammeln anfangen?", fragte er sich damals. Den Anfang machte er mit einer Serie von Streifenwagen der U.S. State Police, der Polizei der US-amerikanischen Bundesstaaten. Die 50 detailgetreu nachgebildeten Fahrzeuge im Maßstab 1:87 sind von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden gestaltet, pro Jahr werden nur vier oder fünf Modelle herausgegeben. Diese Serie, die manche Sammler für deutlich mehr als eine Dekade ihres Lebens beschäftigt, hatte Krumbein innerhalb nur weniger Jahre komplett - und nahm dann noch andere Fahrzeugtypen hinzu. "Man muss sich einen Rahmen setzen", meint er dennoch. Wie der Rahmen für seine Sammlung genau aussehen soll, hat Krumbein über die Jahre hinweg ausprobiert: Von Krankenwagen aus Los Angeles, Einsatzfahrzeugen der Vereinten Nationen, sächsischen Brauereifahrzeugen aus dem Jahre 1919 bis hin zu deutschen Polizei-Sondermodellen mit einer Auflage von nur hundert Stück hat Krumbein alles. Allein vom New York Police Department besitzt er die verschiedenen Modelle der Hunde- und Pferdestaffel, der Kriminalpolizei, der Drogenkommission... Für den Kauf greift Krumbein teilweise auf die Modellbauklubs in Obernkirchen, Gelldorf oder Wunstorf zurück, doch die meisten Stücke erhält er bei Firmen oder anderen Sammlern über das Internet. Außerdem ist er regelmäßiger Besucher von Spielzeugmessen und -ausstellungen, reist für sein Hobby auch nach Berlin oder Nürnberg, gibt rund 50 Euro pro Miniatur aus. "Aber ein Modell muss ich noch unbedingt finden", erklärt der Sammler entschlossen. Seit über einem Jahr versucht er, den Streifenwagen des Police Departments Schaumburg aus dem US-Bundesstaat Illinois als Miniatur zu erwerben. Dazu steht er sogar in Kontakt mit der Hauptkommissarin der niedersächsischen Kripo, die seine Anfrage eventuell an das Police Department des amerikanischen Schaumburg weiterleiten kann. Dieses Brett aber hätte wirklich kein Ende - es gibt mehrere tausend Police Departments in den USA, jedes mit eigenem Streifenwagen...



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