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Höhere Entschädigung für Kunden: Spareinlagen im Konkursfall jetzt besser geschützt

Wenn meiner Bank das Geld ausgeht …

Hamburg. Seit diesem Monat sind die Spareinlagen der Anleger in allen EU-Ländern stärker gesichert. Für den Fall des Konkurses einer Bank wurde die gesetzliche Entschädigungshöhe von 20 000 auf 50 000 Euro heraufgesetzt. Die gesetzliche Einlagensicherung schützt dabei die privaten Spar- und Sichteinlagen bei den Banken, falls diese durch einen Konkurs nicht mehr in der Lage wären, die Anlagegelder auszuzahlen.

veröffentlicht am 22.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

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Dies gilt für Anlagen in Form von Guthaben auf Spar-, Giro- und Termingeldkonten, also Sparbücher, Sparbriefe beziehungsweise auch Tages- und Festgeldkonten. Die nun angesetzte Höhe von 50 000 Euro bei der gesetzlichen Einlagensicherung soll 2011 sogar auf den Betrag von 100 000 Euro angehoben werden. Zusätzlich entfällt die Regelung, nach der Anleger im Fall einer auszahlungsunfähigen Bank auf zehn Prozent ihres Geldes verzichten müssen. Die Einlagensicherung ist für alle in Deutschland zugelassenen Banken verpflichtend. Die Liste dieser Banken kann man beispielsweise auf der Homepage der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken nachlesen (www.edb-banken.de). Ebenfalls werden auf der Internetseite die aktuellen Entschädigungsverfahren gegen die jeweiligen Banken veröffentlicht.

Als Anleger sollte man aber unbedingt beachten, dass Wertpapierhandelsunternehmen nicht unter die Einlagensicherung fallen. Diese Unternehmen haben 1998 eine eigene Entschädigungseinrichtung für Wertpapierhandelsunternehmen (www.e-w-d.de) gegründet. Allerdings wird von einigen Experten der finanzielle Spielraum der Einrichtung immer wieder kritisch hinterfragt.

Falls Anleger einen Betrag bei einer Bank angelegt haben, der die Höhe der gesetzlichen Einlagensicherung übersteigt, profitieren sie eventuell von einer zusätzlichen Einlagensicherung, die verschiedene Banken auf freiwilliger Basis geschaffen haben. Zur Klärung der Frage, ob die eigene Bank an diesem Fonds beteiligt ist, kann man sich als Anleger an den Bundesverband deutscher Banken oder auch direkt an die betreffende Bank wenden.

Privatbanken sind meist zusätzlich abgesichert

Bei der freiwilligen Variante haften die Banken mit 30 Prozent des Eigenkapitals. Dies bedeutet, dass bereits kleinere Banken einen Betrag im Millionenbereich garantieren. Insgesamt 98 Prozent der Privatbanken beteiligen sich derzeit an der freiwilligen Einlagensicherung.

Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind von der gesetzlichen Einlagensicherung befreit. Sie besitzen ein eigenes Sicherungssystem, das über dem Niveau der gesetzlichen Einlagensicherung liegt. Denn hier stehen die einzelnen Institute gegenseitig füreinander ein; im Fall einer Pleite sind deshalb nicht nur die Einlagen der Kunden gesichert, sondern auch der Fortbestand des Instituts.



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