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Ist das Jahr vorbei, werden die Bücher kontrolliert – bei GmbHs übernimmt wie in Privatunternehmen der Wirtschaftsprüfer

Wenn Kommunen Schluss machen

Landkreis. Rückt das Jahresende näher, prüfen Kommunen die Bücher. Bei kommunalen Betrieben wie dem Stadthäger Baubetriebshof ist das Rechnungsprüfungsamt zuständig. Andere Regeln gelten für GmbHs wie die für das Parkhaus am Bahnhof Stadthagen. Wie bei Privatunternehmen kontrollieren externe Wirtschaftsprüfer.

veröffentlicht am 13.12.2013 um 17:22 Uhr
aktualisiert am 13.12.2013 um 19:24 Uhr

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Autor:

jan-Christoph Prüfer und Axel Wagner

Dabei kommen im Landkreis auch Vertreter der „Big Four“ zum Zuge, also der Prüfungsgesellschaften, die weltweit als die vier größten gelten. Die PricewaterhouseCoopers-Tochter (PwC) Wibera prüft in Rinteln und Stadthagen. Nach Angaben von PwC zeichnet die Firma sich durch „jahrzehntelange gutachterliche Tätigkeit im Auftrag der öffentlichen Hand“ aus. PwC, Deloitte, Ernst&Young und KPMG teilen dem Handelsblatt zufolge „97 Prozent der lukrativsten Bilanzprüfungen unter sich auf“.

KPMG prüfte zuletzt das Parkhaus am Bahnhof Stadthagen GmbH. Ab Jahresabschluss 2013 soll Wibera übernehmen. Abbild eines weltweiten Konkurrenzkampfes auf der kleinen Bühne Schaumburg?

Kämmerer Jörg Schädel verneint. „Das ist keine Entscheidung gegen KPMG“, sagt er. Es gehe um Vereinheitlichung. Wibera kontrolliert bereits die Bücher der Wirtschaftsbetriebe Stadthagen GmbH und der Abwasserbetriebe der Stadt Stadthagen – ein sogenannter Eigenbetrieb, bei dem ein Prüfer „von Außen“ ein Kann, aber kein Muss ist.

Die Verwaltung will eine Konzernbilanz aufstellen, ähnlich wie sie in der Privatwirtschaft üblich ist. Darin tauchen dann außer dem Haushalt der Stadtverwaltung zum Beispiel die Zahlen der GmbHs auf. Auch wegen eventuellen Abstimmungsbedarfes sei es Schädel zufolge besser, wenn alles in der Hand eines Prüfers liege.

Ein Wechsel der Prüfungsgesellschaft steht im Normalfall alle fünf Jahre an. In Rinteln gab es den zuletzt vor einem Jahr, wie der Geschäftsführer der Stadtwerke Rinteln, Jürgen Peterson, weiß. Zuletzt kontrollierte Göken, Pollak und Partner mit Sitz in Bremen die Stadtwerke Rinteln GmbH, die Bäderbetriebe Rinteln GmbH, den Abwasserbetrieb der Stadt Rinteln und die Gemeinnützige Verwaltungs- und Siedlungsgesellschaft mbH. Dann folgte der Wechsel zu Wibera.

Auf einen Wirtschaftsprüfer einigen sich Gremien wie der Betriebsrat. Zuvor erfolgt eine Ausschreibung. Der Preis sei ein gewichtiges, aber nicht das einzige Kriterium für die Auswahl, sagt Peterson. Referenzen werden in Augenschein genommen, gerade im kommunalen Bereich gehe es häufig um Know-how, das nicht jeder beliebige Steuerberater mitbringt. Auf eine Ausschreibung meldeten sich im Normalfall fünf bis sechs Anbieter. Weithin geläufige Namen wie KPMG seien fast immer darunter.

In Bückeburg ist Intecon aktiv. Die Wirtschaftsprüfer unterhalten von Schaumburg aus gesehen das nächste Büro in Bad Oeynhausen. Zu prüfen gibt es die drei Eigenbetriebe Hafen Berenbusch, die Ratskellerbetriebe, den Abwasserbetrieb und darüber hinaus die Bückeburger Bäder GmbH. Für Letztere war auch schon Wibera im Einsatz.

In der Ex-Residenzstadt setzt man aber ähnlich wie in Stadthagen auf „Harmonisierung“, erklärt Kämmerer Reiner Wilharm. „So bekommen wir alles aus einer Hand“, sagt der Finanzfachmann. Wichtig sei das mit Blick auf „steuer- und prüfungsrechtliche Besonderheiten bei öffentlichen Betrieben“.

Wenig Bedarf an Wirtschaftsprüfern scheint es in den Samtgemeinden zu geben. In Nienstädt prüft das Unternehmen Matthias, Siegmann & Vergau aus Bückeburg die Samtgemeindewerke, und die Samtgemeinde Lindhorst hat die Steuerberatungsgesellschaft LVB aus Rinteln für das Hallen- und Freibad beauftragt – „seit Urzeiten“, wie Gemeindedirektor Jens Schwedhelm hinzufügt.



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