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G-Force-Agenten mit Biss: Gespräch mit Hurleys Stimme Wigald Boning / Mit dem Fahrrad die Alpen überquert

„Wenn irgendein Produzent Lust hat: Ich bin offen!“

Lange war es still um Wigald Boning, der über viele Jahre die deutsche Unterhaltungslandschaft verblödete wie nur wenige andere. Als Meerschwein meldet sich der 42-Jährige nun in dem Animationsabenteuer G-Force zurück und erzählt Rosa Zakravsky beim dazugehörigen Pressetermin in Berlin von seinen letzten Jahren. Eine Zwischenbilanz.

veröffentlicht am 16.10.2009 um 23:00 Uhr

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Herr Boning, in G-Force sprechen Sie das Rosettenmeerschweinchen Hurley, das seinen Bruder sucht. Wieso waren Sie dafür der Richtige?

Na, ich hatte viele Jahre auch so ein Meerschweinchen. Sein Name war Fridolin! Ich muss allerdings zugeben, dass Fridolin sehr viel dümmer war als die Tiere im Film.

Haben Sie heute noch Tiere?

Im Haus nur eine Katze. Da wir aber auf dem Land wohnen, finden sich auch im Garten allerlei interessante Tierarten: wir haben Füchse, Laubfrösche und Bergmolche. Letztere sind allerdings kürzlich zum Nachbarn übersiedelt, da der einen größeren Gartenteich gebaut hat.

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Sie gelten – um im Bereich der Tiere zu bleiben – beruflich als Tausendsassa. In welchem Metier fühlen Sie sich am meisten zu Hause?

Ich bin ja eigentlich Musiker und leite vieles aus der Musik ab. Beim Synchronisieren z.B. denke ich oft in „timing“ und Melodiebögen und beim Bücher schreiben oft an sinfonische Strukturen, um Langeweile zu verhindern. Als ich 15 Jahre alt war, war Musiker mein Traumberuf.

Wie haben Sie sich diesen Traum erfüllt?

Im zarten Alter von sechzehn Jahren habe ich mit meiner Band namens Kixx recht große Tourneen bestritten. Dafür habe ich sogar von der Schule freibekommen. Später war dieses Leben wirtschaftlich nicht mehr tragfähig und wir haben die Band aufgelöst.

Später waren Sie dann Teil des Musikduos Die Doofen. Bleibt dieses Experiment Vergangenheit?

Das kann ich schwer sagen. In den letzten fünf Jahren habe ich das Thema nicht mehr mit Olli (Dittrich) besprochen. Wir haben einfach beide zu viel zu tun. Ich weiß auch nicht, ob diese Musik in der Form überhaupt noch in unsere Zeit passt. Aber mal abwarten.

In der Öffentlichkeit werden sie überwiegend als Ulktalent wahrgenommen. Wie stehen Sie selbst zu Ihrem Comedian-Dasein?

In dem Bereich der Komik habe ich mich eigentlich nie zu Hause gefühlt. (lacht) Ich habe zwar den Großteil meines Berufslebens dort verbracht, bin aber eher zufällig da hineingeraten. Das alles ist für mich ein wunderbares Missverständnis.

Lachen Sie über Ihre eigenen Witze?

Ganz selten, aber es ist mir schon passiert. Manchmal gebe ich bei youtube meinen eigenen Namen ein – alles andere wäre auch völlig unglaubwürdig – und dann stoße ich oft auf alte RTL-Samstag- Nacht-Folgen. Einige davon kann ich weniger nachvollziehen, über andere kann ich inzwischen sehr lachen. (lacht)

Warum sind trotz Ihrer TV-Erfolge die großen Filmrollen bisher ausgeblieben?

Ich habe in diesem Bereich bisher leider nur an Flops mitgewirkt. So ist es auch zu erklären, dass ich den letzten zwölf Jahren kein einziges Mal für einen Film angefragt wurde, abgesehen von ein paar kleinen Cameo-Auftritten. Wenn also irgendein Produzent Lust hat: ich bin offen! (lacht)

Wurmt es Sie, dass es mit gutem Kino irgendwie nicht zu klappen scheint?

Nein. Einmal eine Rolle in einem schönen, gelungenen Film zu spielen: das wäre sicher eine feine Sache. Aber wenn es nicht klappt, wäre es durchaus ein verschmerzbarer Makel. (lacht)

Haben Sie weitere unerfüllte Wünsche?

Nein, im Großen und Ganzen nicht. Jeder Mensch sollte so leben, dass man am Ende des Tages um 18 Uhr abtreten könnte.

Welches Projekt steht als nächstes für Sie auf dem Programm?

Erholung. Ich habe in den letzten Monaten sehr viel gearbeitet: Ende letzten Jahres habe ich eine Platte namens Jet Set Jazz veröffentlicht und eine Tournee gemacht. Dann folgte eine Ausstellung meiner gesammelten Architekturfotos, anschließend habe ich ein Buch über das Reisen geschrieben, welches im nächsten Frühjahr erscheint. Bis zum Jahresende widme ich mich der Erholung und schalte erst einmal einen Gang zurück.

Auch auf dem Rad? Sie sind als echte Sportskanone bekannt.

Da natürlich nicht. Ich bin erst vorletzte Woche von mir zu Hause im Allgäu nach Mailand geradelt. Ich bin nicht vom Rad gefallen, obwohl es brennend heiß war. Es funktioniert also noch!

Musiker war der Traumberuf für Wigald Boning. Als Ulktalent wurde er bekannt, als Synchronsprecher gab er jetzt Hamster Hurley (Bild unten) seine Stimme.



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