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66. Ausstellung in der Wandelhalle eröffnet / Ton-Art aus Buchholz, Farbvariationen aus Frankfurt

Wenn Intuition der Künstlerin die Hand führt

Bad Eilsen (sig). Die Wandelhalle im "Fürstenhof" bleibt Anziehungspunkt für die heimische Kunstszene. Nicht umsonst fanden hier bereits 65 Ausstellungen statt; und die Zahl der Anmeldungen hat so zugenommen, dass schon mehrere Termine im Jahr 2008 belegt sind. "Ton-Art und Farbvariationen" lautet das Motto der 66. Schau, die jetzt von Dr. Udo Kressin eröffnet wurde.

veröffentlicht am 15.01.2007 um 00:00 Uhr

Wirkt fast aztekisch: Ingeburg Weiser vor einer ihrer Keramikarb

Der Leiter der Kreativwerkstatt des Rehazentrums teilte bei der Vernissage mit, dass es in der Wandelhalle auch nach seinem beruflichen Ausscheiden in einem Jahr weiterhin Kunstausstellungen geben wird. Weitere Anmeldungen von Interessenten sind also möglich. Diesmal gibt ein weibliches Duo einen Einblick in sein Schaffen. Dazu gehört Ingeburg Weiser, die aus Köthen in Sachsen-Anhalt stammt und heute in Schaumburg lebt und arbeitet. Sie hat in Buchholz ein Keramik-Atelier eröffnet. Nach der Schule wurde sie zur Zierpflanzengärtnerin ausgebildet. Nebenbei entwickelte sie ihre Begabung beim Arbeiten mit dem Werkstoff Ton weiter. Nach dem Mauerfall wechselte Weiser nach Zürich, um dort Kunst zu studieren. Vor zehn Jahren errichtete sie in Wörlitz ein Keramik-Atelier, das sich schnell einen guten Namen verschaffte und sogar Kunden aus Russland, Japan und Frankreich hatte. Die Künstlerin versteht es, den als Gebrauchsgegenständen gedachten Erzeugnissen eine ganz besondere Form zu verleihen. Alles sind Unikate, für die oft die Natur und die Elemente die Vorgaben liefern. Die Ergebnisse sind gleich in mehreren Vitrinen in der Wandelhalle zu bewundern. An den Wänden hängen impressionistische Bilder der Malerin Anja Kresse. Auch sie kommt beruflich aus einem anderen Bereich. Sie hatte den Beruf einer Designerin erlernt und arbeitete viele Jahre als Layouterin in Werbe- und Grafikagenturen in Düsseldorf. In der Freizeit befasste sich Anja Kresse, deren Eltern noch in Obernkirchen leben, intensiv mit abstrakter Malerei. Zu diesem Zweck besuchte sie die Europäische Akademie für Bildende Künste in Trier. Seit acht Jahren lebt Anja Kresse in Frankfurt am Main und ist dort nach einer weiteren Ausbildung als Ergotherapeutin tätig. "Ich kann nicht nach Vorlagen oder Skizzen malen, sondern fange einfach an, wähle eine Farbe, ergänze sie mit anderen Tönen, und dann entsteht unter meinen Händen intuitiv das neue Bild", erklärt Anja Kresse. Sie liefert keine figürlichen oder geometrischen Formen und gibt ihren mit Acrylfarbe hergestellten Werken erst zum Schluss einen Titel. "Damit will ich aber dieSicht der Betrachter nicht einengen; jeder kann in den Bildern entdecken, was er möchte", so Anja Kresse. Die Vernissage wurde musikalisch eindrucksvoll ausgestaltet von der aus Russland stammenden Pianistin Alla Iwanzhina, die an der Detmolder Musikschule ihre Konzertreife erlangt. Sie spielte Klavierwerke von Tschaikowskij und Chopin.

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