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Fünfmal Lyrik von Esther Wäcken: Gebürtige Bückeburgerin im Gedichtband "Sehnsucht nach Griechenland" vertreten

"Wenn Ihr zwischen den Zeilen lest, dann findet Ihr mich"

Bückeburg/Espelkamp (tw). Neues von Esther Wäcken (38). Die gebürtige Bückeburgerin, die einer größeren Öffentlichkeit 2004 mit ihrem Erstling - neun Short Storys, Titel: "Der Wert des Lebens" - bekannt wurde, ist jetzt auch in einer Gedichtsammlung vertreten. "Sehnsucht nach Griechenland" heißt die vom "Literaturpodium" herausgegebene Anthologie, welche die Beiträge von 35 Autoren vereint und seit Kurzem im Buchhandel angeboten wird.

veröffentlicht am 24.04.2007 um 00:00 Uhr

"Sehnsucht nach Griechenland": Esther Wäcken ist in der Antholog

Wäcken, die in Bückeburg die Realschule besuchte und mit ihrem Mann und zwei Söhnen seit dem Herbst des Jahres 2000 in Espelkamp lebt, hat zum Gelingen des 160 Seiten starken Werkes gleich gleich fünf Gedichte beigesteuert: "Mondbeglänzte See", "Im falschen Leben", "Danksagung an eine Putzfrau", "Gedanken" und "Gefühlstreppe abwärts - und der Kampf wieder rauf". Kostprobe gefällig? Nun: "Ein Mensch erblickt das Licht der Welt und merkt es gleich: Falsch zugestellt! Hier gehört er gar nicht hin! Hier macht es für ihn keinen Sinn! Doch leider gibt es kein zurück. Er kämpft sich durch, so auf gut Glück. Weiß meistens gar nicht, was er soll, hat ziemlich oft die Nase voll. Hier hat er doch nur sehr viel Frust, und auf dies Leben keine Lust. Er fragt: Wer hat da so sehr gepennt, dass er jetzt durchs falsche Leben rennt? Ne Antwort kriegt er leider nie. Auch keine Umtauschgarantie." - Erraten um welchen Text es sich handelt? Richtig: Es ist das Gedicht "Im falschen Leben". Unverkennbar ist, dass sich die Autorin und "Familienmanagerin", im Brotberuf früher Zahnarzthelferin, dann Haushaltshilfe, Reinigungskraft, Pizzakurier und Telefonistin, mit ihrem Schreiben weiter entwickelt hat und an ihren Themen gewachsen ist. Während im Gros der Geschichten Wäckens "Liebende zueinander finden und es fast immer ein Happy End gibt", wie die Bückeburgerin selbst sagt, ist sie inzwischen auch in der Lage, traurige Storys zu schreiben - "basierend auf realen, meist enttäuschenden Erlebnissen von mir selbst oder anderen". Damit dürften insbesondere ihre jetzt erschienenen Gedichte interessant für all jene sein, die Wäcken noch aus ihrer Zeit in Bückeburg kennen und sich bei der Lektüre guten Gewissens als Voyeure fühlen dürfen. Denn: "Meine Protagonisten", so die Autorin in einem Beitrag für die Schreibwerkstatt Espelkamp, "haben fast immer ein reales Gegenstück, oftmals mich selbst - so wie ich bin, oder wie ich gerne wäre". Wäckens Tipp für die Literatur-Detektive nicht nur unter ihren Bekannten daher: "Wenn ihr in meinen Geschichten zwischen den Zeilen lest, dann findet ihr mich." Übrigens: Wer mehr und auch Privatesüber die Autorin erfahren will - Esther Wäcken hat eine eigene Homepage: www.eldakrieger.de . Dort macht die Autorin kein Hehl daraus, was sie sich wünscht, "falls sich auch mal ein Arbeitgeber aus meiner Region auf diese Seite verirrt": nämlich "eine gute Teilzeitstelle, die ich mit der Kinderbetreuung unter einen Hut kriege". Ausgefüllt sollte diese Stelle wahlweise mit Kinderbetreuung, Pferdepflege, Büroarbeit - oder natürlich mit "allem, was mit Büchern, mit schreiben, zu tun hat", sein. Ein Hilferuf übrigens, der passender Weise in die Form eines Gedichtes gekleidet ist "Arbeitssuche" - Aber lesen Sie selbst ... Die Sammlung "Sehnsucht nach Griechenland" ist in der Edition Dorante, Berlin, erschienen. ISBN 978-3-86703-286-5. Das Buch kostet 11,60 Euro.



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