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Bewerbungstrainer machen Neuntklässler an der Herderschule fit / Beim Telefonmarketing das Gespräch in Gang halten

"Wenn ihr mich nicht nehmt, macht ihr einen Fehler"

Bückeburg (mig). Nach dem Schulabschluss einen Job zu bekommen ist gerade für Jugendliche gar nicht so einfach. Trotz dutzender Bewerbungen bleiben viele Abgänger gefrustet auf der Strecke, manche Firmen geben nicht einmal eine Rückmeldung. Damit der Sprung ins Berufsleben trotz dieser Schwierigkeiten gelingt, wurden die Neuntklässlern der Herder-Schule jetzt mit einem exklusiven Bewerbungstraining der Personalberatung "Jump" fit gemacht. Gesponsert wurde das mehrtägige Coaching von der Sparkasse Schaumburg, nach den Osterferien soll ein weiterer Kurs folgen.

veröffentlicht am 12.02.2008 um 00:00 Uhr

Stresstest: Gisbert Droste (außen links) und Sven Lampe fühlen d

Tim hat ein Problem. Er möchte sich für einen Ausbildungsplatz als Koch bewerben, doch der Chef am anderen Ende der Leitung ist ein echter "Stinkstiefel". Statt Tim einen Termin für ein Vorstellungsgespräch anzubieten, lässt er den Bewerber erst einmal abblitzen. "Ich habe schon mal jemanden von der Herder-Schule gehabt, der hat seine Ausbildung abgebrochen," mimt Gisbert Droste in dem simulierten Vorstellungs-Gespräch den potenziellen Arbeitgeber. Trotz der schlechten Laune seines Gegenübers bleibt Tim freundlich. "Das ist nicht meine Schuld", antwortet er auf den Vorwurf und geht in die Offensive: "Es gibt auch noch andere Restaurants." "Das hast du ganz hervorragend gemacht", lobt "Jump"-Teamleiter Droste den Neuntklässler nach dem "Streß"-Test. Drei 9. Klassen haben Droste und seine Kollegen Siegfried Kassner und Norbert E. Herold in den letzten Tagen schon besucht und den Schülern in mehreren Einheiten das "Kleine Einmaleins" richtigen Bewerbens beigebracht. Jetzt erläutert der Personalberater den Jugendlichen im Abschnitt "Telefonmarketing", wie sie sich über das Telefon selbst "vermarkten" und das Gespräch in Gang halten. "Es kann durchaus sein, dass der Mann euch nur testen will, dann dürft ihr euch nicht einschüchtern lassen und sofort wieder auflegen. Der zukünftige Chef muss sehen, dass ihr euch wirklich für den Beruf interessiert." Durch die Rollenspiele lernen die Schüler außerdem ganz nebenbei, dass sie auf Details achten müssen: immer einen Stift parat halten, nie mehr als fünf Mal klingeln lassen, den Namen seines Ansprechpartners aufschreiben und auf deutliche Aussprache achten. Ein Mutmacher für Absolventen mit schlechtem Abgangszeugnis. "Durch persönliches Engagement kann man auch eine schlechte Note ausbügeln." Wichtigster Punkt des "Lehrplans" von "Jump" ist neben dem Telefonmarketing eine Bewertung mitgebrachter Unterlagen. Ein Patentrezept für die richtige Bewerbung gibt es laut Norbert E. Herold zwar nicht. "Wir können aber zeigen, wo viele Fehler gemacht werden", sagt er. Ein besonders häufiger Patzer ist Herold auch bei den Herder-Schülern aufgefallen: anstatt das Anschreiben zu personalisieren, wird die Bewerbung lediglich an eine Abteilung gerichtet. Ebenso wichtig wie die Vermeidung dieses Stockfehlers: Vordrucke aus dem Internet werden von Chefs nicht gerne gesehen. "Gerade bei den vielen Bewerbungen, die sich auf den Schreibtischen stapeln, ist es wichtig herauszustellen, warum ausgerechnet dieser Bewerber eingeladenwerden sollte", gibt Herold zu Bedenken, "es muss klar werden, wenn ihr mich nicht nehmt, macht ihr einen Fehler." Um die eigene Person in einem möglichst positiven Licht erscheinen zu lassen, rät Herold vor der Bewerbung zu einer Bestandsaufnahme der eigenen Qualifikationen. Gerade Hobbys oder ehrenamtliche Tätigkeiten würden oft als zu unwichtig angesehen, um sie in den Lebenslauf aufzunehmen. "Wenn ihr schon Jahre zur Jugendfeuerwehr geht, holt euch eine Bescheinigung, dass ihr regelmäßig und zuverlässig euren Dienst geleistet habt." Zum Schluss des Bewerbungstrainings wies Günther Biallas, Fachleiter Wirtschaft, darauf hin, dass die veränderten Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt auch neue Anforderungen an die Schule stellen. "Heute müssen die Bewerbungen schon zum Ende der 9. Klasse auf dem Tisch des Arbeitgebers sein." Auf das Berufsleben vorbereitet werden die Neuntklässler unter anderem durch einen BIZ- Besuch und ein weiteres Training nach den Osterferien.



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