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Vor Gericht: Rentner verlangt nach Schlägerei mit Rechtsanwalt Schmerzensgeld

Wenn Herrchen die Zähne fletscht

Bückeburg/Bad Eilsen (ly). Im Streit zweier Hundeherrchen, ausgetragen als tierische Klopperei im Englischen Garten Bad Eilsen, haben jetzt die Juristen das Wort. Vor dem Bückeburger Amtsgericht klagt in einem Zivilprozess ein Rentner (69), nach eigener Darstellung der Unterlegene in dem Zweikampf. Er verlangt 1500 Euro Schmerzensgeld, dazu rund 250 Euro für Medikamente und eine kaputte Brille sowie noch einmal etwa 100 Euro Anwaltskosten.

veröffentlicht am 11.05.2007 um 00:00 Uhr

Zahlen soll ein Schaumburger Rechtsanwalt (55), dessen Riesenschnauzer damals ein Häufchen hinterlassen hatte, Auslöser des anschließenden Streits unter Zweibeinern. So viel scheint sicher: Beide Menschen mussten danach ihre Wunden lecken. Ansonsten bleiben viele Fragen offen. Wer ist der Täter, wer das Opfer? Und was genau ist passiert am Vormittag jenes Sonntags, des 9. Oktober 2005? Vermutlich wird dies nie geklärt. Strafrechtlich gilt der Fall als abgeschlossen, nachdem die Staatsanwaltschaft zwei Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingestellt hat. Offenbar hatte die Behörde an beiden Schilderungen Zweifel. Und womöglich liegt die Wahrheit mal wieder irgendwo in der Mitte. Ende Mai will Zivilrichter Dr. Hartmut Vogler das Urteil verkünden, wie die Pressestelle des Landgerichts auf Anfrage mitteilt. Bis dahin muss sich Voglerüber verschiedene Versionen Gedanken machen. In Kurzform: Der Rechtsanwalt, beim Brötchenholen von dem Rentner (ebenfalls mit Hund) wegen des Haufens zur Rede gestellt, will sich angesichts der körperlichen Haltung seines Gegenübers bedroht gefühlt haben, zurückgewichen und gefallen sein. Danach soll sich der 69-Jährige Zähne fletschend (!) auf den Advokaten gestürzt haben, der im Handgemenge durch Schläge Verletzungen im Gesicht sowie - viel schlimmer - Sehnenrisse im Schultergelenk erlitten haben will. Dies hat jedenfalls ein chirurgischer Gutachter bestätigt. Wunden kann der Rentner ebenfalls vorweisen, laut Attest zahlreiche Hautabschürfungen im Gesicht und an beiden Händen. Die Geschichte aber erzählt er völlig anders: Angefangen haben soll nämlich der Rechtsanwalt, indem dieser dem älteren Mann die Hundeleine über den Schädel zog. Am Boden liegend, will der 69-Jährige noch geschlagen und getreten worden sein. Diese Darstellung wird von einem Zeugen gestützt. Danach lag der Rentner und "wehrte sich mit Händen und Füßen", während der Jurist stand und zutrat. Im Widerspruch dazu will die Frau des Anwalts aus dem Fenster beobachtet haben, wie ihr Mann "mit einem flexiblen Gegenstand" eins übergebraten bekam, "vermutlich einer Hundeleine". Vor Gericht erschienen die Widersacherübrigens nicht. Sie ließen sich von ihren Anwälten Stefan Diekmann (Rentner) und Karl-Friedrich Stock vertreten. Das war vielleicht auch besser so.



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