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Feucht-schwüler Sommer führt zu einer Schneckeninvasion / Tipps des Gartenbauvereins

Wenn gefräßige Monster im Garten räubern...

Bückeburg (mig). Schwüles Wetter, Schneckenwetter: Die Schneckenplage in diesem Sommer bringt die Gärtner zur Verzweiflung. Was mühevoll angezüchtet wird und wurde, ist am Morgen danach Opfer der Schnecken geworden. Wo einst frische, saftige Salatköpfe des Verzehrs harrten, bleibt nur noch der Strunk über.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 07:10 Uhr

Ihre gefräßige Spur ziehen derzeit die Schnecken durch Bückeburg

Anlass auch für den Gartenbauverein, sich des Themas anzunehmen und nicht nur seine Mitglieder mit wertvollen Tipps zu versorgen, was gegen Schnecke und Co gemacht werden kann. Karin Schüte, zweite Vorsitzende des Vereins, gab in einem spannenden und lehrreichen Vortrag Tipps, wie man der schleimigen InvasionHerr werden kann. Geeignet sind nicht nur biologische Hausmittel, auch das lange verpönte Schneckenkorn erlebt eine Renaissance. Die hohe Luftfeuchtigkeit in deutschen Landen macht nicht nurälteren und kranken Menschen zu schaffen. Auch Gartenbesitzer sind untröstlich: Die vielen Schnecken knabbern sich durch ihre liebevollen Blumen- und Gemüsebeete. "Die Schneckenplage 2007 trifft Gartenfreunde mitten ins Herz", machte Schüte deutlich: "Kaum hat der Hobbygärtner die Pflänzchen gesetzt, steht am nächsten Morgen bestenfalls noch das Gerippe." Schuld an der misslichen Lage ist nicht nur die Wetterlage, die "ungeheure Menge an Nacktschnecken", so Schüte, ist unter anderem Folge eines ökologischen Verdrängungswettbewerbs der einheimischen Roten Nacktschnecke durch die Spanische Wegschnecke. Das Problem: Die Einwanderin ist aufgrund ihrer hohen Bitterkeit für traditionelle Schneckenfresser wie den Igel nicht genießbar. Weil die natürliche "Schneckenpolizei" damit teilweise ausfällt, muss der Gartenbesitzer möglichst früh selbst Hand anlegen und vorbeugend tätig werden. Eine wichtige Präventivmaßnahme gegen die Schneckenpest ist das "ganzjährige Harken", weil keine Eiablage in Bodenspalten möglich ist. Und - zweiter Tipp - "gezieltes Gießen". Karin Schüte: "Wenn ich abends großflächig gieße, sind das die besten Voraussetzungen für eine Schneckenplage". Gute Dienste leisten aber auch andere Hilfsmittel. So hat sich eine Barriere aus einer Schicht Sägespäne und / oder Asche bewährt, die aber mindestens fünf Zentimeter hoch und 30 Zentimeter breit sein muss - sonst schafft es die Schnecke doch. "Bestens bewährt" haben sich auch natürliche "Pflanzensperren" aus stark aromatischen Kräutern wie Thymian und Salbei. "Empfehlenswert ist eine gesunde Mischkultur wie im Bauerngarten mit abwehrenden Pflanzen dazwischen; eine Monokultur ist problematisch", machte die Schneckenexpertin deutlich. Ebenfalls hervorragende Ergebnisse erreicht man mit einem alten Hausmittel wie Kaffeesatz: Dabei wird der Satz entweder ausgestreut oder als Kaffeeüber die Pflanzen gesprüht. Wer Schnecken aktiv fangen möchte, sollte am Abend ein Brett als Falle auslegen. Dort sammeln sich die Tiere nachts und können morgens abgesammelt werden. Man sollte allerdings darauf achten, tote Schnecken nicht einfach liegen zu lassen. "Schnecken sind Kannibalen und werden von toten Artgenossen angezogen", erklärte Schüte. Weil die meisten biodynamischen Essenzen nach einem Regenguss erneuert werden müssen, ist auch das Schneckenkorn ein Mittel der Wahl. "Bei großen Plagen kann Schneckenkorn sehr sinnvoll sein", sagte Schüte. Und ergänzt im Hinblick auf Gifte im Garten: "Die Präparate sind heute alle umweltverträglich."

Schneckenkorn versus Thymian?: Karin Schüte, 2. Vorsitzende des
  • Schneckenkorn versus Thymian?: Karin Schüte, 2. Vorsitzende des Gartenbauvereins, meint, dass sowohl biologische als auch chemische Mittel ihre Berechtigung haben. Fotos: mig / kk


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