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DLRG: Stetige Neuerungen verwirren Helfer

Wenn die Leitlinie zur "Leidlinie" wird...

Bad Nenndorf (fox). Die neuen Leitlinien zur Wiederbelebung und deren Umsetzung in der Ersthelfer-Ausbildung sind Schwerpunkte des zweitägigen Forums der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe in der DLRG-Bundesgeschäftsstelle im Nenndorfer Niedernfeld gewesen.

veröffentlicht am 09.10.2006 um 00:00 Uhr

"Wir werden immer mehr zu Getriebenen", riss der Bundesarzt der DLRG, Peter Pietsch, vor 110 Forumsteilnehmern ein Problem an, das die DLRG in der regelmäßigen Schaffung neuer Richtlinien durch den Europäischen Wiederbelebungs-Beirat (ERC) sieht. Wie Forums-Organisator Peter Siemann erklärte, seien die fünf größten deutschen Hilfsorganisationen DLRG, DRK, Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter-Unfallhilfe und Malteser Hilfsdienst zwar nicht zwingend an die Leitfäden zur Ersthelfer-Ausbildung gebunden, man wolle jedoch einem europäischen Standard gerecht werden. Die hohen Umsetzungskosten, beispielsweise im Bereich der Umstellung von Ausbildungsunterlagen, seien nur ein Negativaspekt in diesem Zusammenhang. Denn falsch seien die "alten" Vorgaben nicht. Wurde bei der Herz-Lungen-Massage zur Wiederbelebung vor Jahren beispielsweise noch im Rhythmus "15-mal Pumpen, zweimal Beatmen" verfahren, werde nun mehr Wert auf Herzmassage gelegt und 30-mal gepumpt, bevor zweimal beatmet wird, verdeutlichte Siemann. Auch schließt er Profilierungsabsichten von ERC-Mitarbeitern als Hintergrund einiger Leitlinien nicht aus. Große Bauchschmerzen bereitet der DLRG bei den Veränderungen laut Siemann jedoch die Verwirrung der Ersthelfer durch regelmäßige Neuerungen in der Erste-Hilfe-Ausbildung. "Wir wollen uns den Neuerungen nicht verschließen", erklärte Siemann. Die DLRG wolle das Forum unter anderem dafür nutzen, ein Bewusstsein beim ERC zu schaffen. "Die Leitlinien sollen nicht nur vor dem medizinischen Hintergrund gesehen werden, sondern auch methodisch-pädagogisch sinnvoll sein", forderte der DLRG-Sprecher.

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