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Die Awo hilft: In Wiersen wird ein Zaun aufgestellt, der Kröten das Leben retten soll / Helfer gesucht

Wenn die Kröte ihre Wanderstiefel schnürt

Wiersen (rnk). Es ist schon einige Jahre her, aber Klaus Sladek hat es nicht vergessen. Damals war er unterwegs in Richtung Wiersen - und sah auf der Straße etwas, was er noch heute als "Gemetzel" bezeichnet: Hunderte von tot gefahrenen Kröten, die den Versuch, die Straße zu überqueren, mit ihrem Leben bezahlten. Sladek hat seine persönlichen Konsequenzen gezogen und mit seiner Frau Waltraud dafür Sorge getragen, dass künftig Zäune die Wanderlust der Kröten begrenzen und ihnen freundliche Mitmenschen mit einem Eimer über die Straße helfen.

veröffentlicht am 21.02.2008 um 00:00 Uhr

Ramona Blume, David Zander und Marcel Schädel (v.l.) bauen den Z

Dabei sind es nicht nur die Kröten, denen im Bereich des "Großen Riesen" verschiedene Bachläufe und Teiche geradezu ideale Laichbedingungen bieten, auch der Berg-, Faden- und Teichmolch ist hier beheimatet und kommt oft genug im Wortsinn auf der Straße unter die Räder. Nur der Kammmolch kennt dieses Problem nicht: Er kommthier nicht vor. Ganz im Gegensatz zum Grasfrosch, der die gestiegene Sicherheit im Straßenverkehr fraglos zu schätzen weiß. Wann genau die Kröten von der Wanderlust erfasst werden, kann niemand sagen, aber es gibt Vergleichsdaten und Erfahrungswerte. Wenn das Thermometer acht bis zehn Grad anzeigt, wenn es schön feucht ist, dann schnüren die Kröten meistens ihre Wanderstiefel. Und das wird nicht mehr lange dauern, denn das kleine Winter-Intermezzo geht zu Ende und die Temperaturen steigen wieder an. Es wird unbeständig und regnerisch, ab der Nacht zu Freitag sollen die Temperaturen nicht mehr unter plus vier bis acht Grad Celsius sinken. Damit entstehen gute Amphibien-Wanderbedingungen. Drei Wochen vor dem jahreszeitlich üblichen Wanderhöhepunkt ist mit einem deutlichenAufleben der Laichwanderungen zu rechnen, warnt der Nabu Deutschland. Und: Angesichts der Sturmgefahren sollten die Amphibienschützer vor allem an waldreichen Strecken verstärkt auf Eigensicherung bedacht sein. Zurück nach Wiersen. Für die Helfer bedeutet dies, jeden Morgen die Tiere einzusammeln und auf die andere Straßenseite zu bringen, in besonders intensiven Wanderzeiten, so erklärt Klaus Sladek, helfe man auch abends - aber das sei nicht die Regel. Genau hier liegt das Problem: Es gibt zu wenig Helfer. Immerhin: Einer ist in diesem Jahr in Wiersen dazugekommen. Es ist der Jugendwart des Auetaler Naturschutzbundes, Marc Jameson. Wer in dieser Saison mithelfen möchte, kann mit Jameson Kontakt aufnehmen: (0173) 432 4960. Geholfen hat bei der Aufstellung die Arbeiterwohlfahrt, dieüber ihr Projekt Vornhagen mit fünf Mitarbeitern tatkräftig mit Hand anlegte. Das Projekt besteht seit fast neun Jahren in einem Gartenbaubetrieb in Vornhagen und ist in Kooperation mit dem Job-Center ein Teil der Jugendberufshilfe im Landkreis. In dieser Qualifizierungs-ABM haben junge Menschenim Alter von 16 bis 25 Jahren die Chance, Perspektiven zu entwickeln. Zu den Aufgaben gehören die Pflege von Pflanzen, Arbeiten im Freiland, handwerkliche Tätigkeiten und eben auch ab und an das Aufstellen von Zäunen - immer dann, wenn die Kröten wieder die Wanderlust packt.



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