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Planer kommen mit Strandkorb, Liegestühlen, Schirmen und Blumenzwiebel-Gutschein in den Park

Wenn die Auftragnehmer Geschenke bringen

Lügde (jl). Dass ein Auftragnehmer nach Vollendung eines Bauprojektes einen Kasten Bier ausgibt, kommt schon vor. Aber dass die Planer zum Abschied von ihrer Wirkungsstätte mit Blumen und großzügigen Geschenken anrücken, ist eher selten. Aber genau das passierte gestern in Lügde. Weil der Mindener Wasserbau-Fachmann Detlef Sönnichsen am Wochenende zur Eröffnung des Emmerauenparks nicht kommen kann, schaute er in Lügde vorbei. Dabei überreichte er nicht nur Bauamtsleiter Günter Loges einen Blumenstrauß, sondern revanchierte sich beim „Parkdirektor“ für die außerordentlich gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung während der Planung des Emmerauenparks obendrein noch mit einem Strandkorb, einem halben Dutzend Liegestühlen und drei Sonnenschirmen für den Strand. Mit seiner Vision, bei deren Umsetzung er nicht lockergelassen habe, habe Loges zu einer wesentlichen Bereicherung der Lebensqualität in Lügde beigetragen, so Sönnichsen. Dem Park wünscht der Planer nun natürlich, „dass die nächsten Hochwasser milde ausfallen mögen“.

veröffentlicht am 24.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 01:21 Uhr

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Und auch Landschaftsplaners Matthias Wolf aus Rietberg betonte, dass er „selten mit einem so entscheidungsfreudigen Bauherrn“ zu tun habe – und rief in Erinnerung: „Im Frühjahr war hier ja noch gar nichts.“ Damit die Blütenvielfalt im Park im kommenden Frühjahr richtig üppig sprießen kann, übergab Wolf einen Geschenkgutschein für 30 000 Narzissen- und Tulpenzwiebeln.

„Ich sehe schon, wir kriegen hier noch eine kleine Landesgartenschau“, scherzte Günter Loges – in Anspielung an die Tatsache, dass Matthias Wolf und sein Team mit der Gestaltung eines Areals in der Rietberger Innenstadt vor Jahren die Initialzündung für die dortige NRW-Landesgartenschau geliefert hatten.

Doch die Planer lobten beim Treffen im Park nicht nur die Verwaltung, sondern nutzten auch die Gelegenheit zu einem Dank an die engagierten Mitstreiter aus der Bürgerschaft. „Durch ihre Beteiligung ist das Ergebnis nur besser geworden“, befand Detlef Sönnichsen. Und sowohl Loges als auch Bürgermeister Heinz Reker vergaßen nicht die Rolle der Lügder Politiker: „Der Rat hat erkannt, dass der Park sein muss. Das Thema war nie ein Zankapfel“, betonten beide. Nicht zuletzt deshalb habe das Land 60 Prozent der Kosten des Park-Baus getragen.

Günter Loges erinnerte auch noch einmal an die Geburtsstunde des Projekts an einem Sommersonntag an dem von Flaneuren und Sonnenanbetern belebten Düsseldorfer Rheinufer: „Wir saßen da und dachten: Sowas muss doch auch in Lügde möglich sein.“ So sei die Idee entstanden, nach dem Tunnelbau die brachliegenden, allenfalls als Hundeklo benutzten Flächen am Fluss zu gestalten – als ersten Teil des Gesamtkonzepts für die Lügder Innenstadt.

Und dieser Teil der Rechnung ist aufgegangen: „Es ist immer Leben im Park“, freut sich der Bauamtschef, der auch schon jede Menge Besucher nicht nur aus der ganz nahen Umgebung registriert. „Einfach köstlich“ findet er zum Beispiel, wenn ganze Familien etwa aus Hameln von ihrem unterhalb des Osterbergs geparkten Auto mit Luftmatratze bewaffnet über die Emmerbrücke zum Strand pilgern.

Übrigens: Das aus Ehrenamtlichen diverser Lügder Vereine gebildete Pflegeteam trifft sich heute Abend zu seinem ersten Einsatz im Em-merauenpark. Dabei werden die Freiwilligen die mit allerlei Grünzeug bewachsenen Beete allerdings sich selbst überlassen. „Diese Pflanzen reichern den Boden mit Stickstoff an und bereiten ihn so für die eigentliche Gestaltung im kommenden Frühjahr vor“, erklärt Landschaftsplaner Wolf.

Probesitzen in geschenkten Liegestühlen: Die Emmerauenpark-Planer Detlef Sönnichsen (li.) und Matthias Wolf (re.) übergeben das fertige Projekt an Bürgermeister Heinz Reker und Bauamtsleiter Günter Loges.

Foto: yt

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