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Hohe Hürden beim Hin und Her zwischen den zwei Klassen der Krankenversicherung: Fragen und Antworten zum Thema

Wenn der Privatpatient wieder in die gesetzliche Kasse will …

veröffentlicht am 14.01.2012 um 00:00 Uhr

Autor:

Felix David

Angeblich wollen immer mehr Privatpatienten in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Nach einem Bericht des „Spiegel“ begrüßen die gesetzlichen Krankenkassen diesen Zustrom von Interessenten aus der privaten Krankenversicherung. Die privaten Krankenversicherungen dagegen wehren sich gegen die Darstellung, sie würden immer mehr Mitglieder an die gesetzlichen Kassen verlieren. Fakt ist: Der Wechsel von einer privaten in eine gesetzliche Kasse ist nur in Ausnahmefällen möglich. Auch im umgekehrten Fall gelten konkrete Voraussetzungen. Fragen und Antworten:

Wann können Privatpatienten in eine gesetzliche Kasse wechseln? Das ist nur in Ausnahmefällen erlaubt. Möglich ist ein Wechsel etwa bei Arbeitslosigkeit oder wenn das Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze fällt, die derzeit bei 4237,50 Euro im Monat beziehungsweise 50 850 Euro im Jahr liegt. Auch ein bislang privat Versicherter, dessen Einkommen 375 Euro im Monat nicht überschreitet und der einen gesetzlich versicherten Partner heiratet, kann sich bei dessen Kasse mitversichern lassen. Ab dem 55. Lebensjahr bleibt der Weg zurück in die gesetzliche Versicherung fast immer versperrt.

Was ist mit Kindern, die bislang über die Eltern privat versichert waren? Wenn sie nach der Ausbildung ihren ersten Job annehmen, wechseln sie automatisch in die gesetzliche Krankenversicherung. Sobald sie mehr als 50 850 Euro im Jahr verdienen und damit über der Versicherungspflichtgrenze liegen, können sie sich selbst privat versichern.

Wer darf sich überhaupt privat versichern? Arbeitnehmer können sich privat versichern, wenn ihr Einkommen ein Jahr lang über der Versicherungspflichtgrenze liegt. Beamte und Selbstständige dürfen hingegen unabhängig von ihrem Verdienst in die private Krankenversicherung wechseln.

Welche Kündigungsfristen gelten? Ein Wechsel ist grundsätzlich erst nach mindestens 18 Monaten Mitgliedschaft in der bisherigen Kasse möglich. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende. Wer zum Beispiel Ende Januar bei seiner alten Kasse kündigt, kann ab 1. April bei der neuen Kasse versichert werden. Gesetzlich Versicherte mit einem Wahltarif etwa mit Prämienzahlung oder Kostenerstattung sind ein Jahr an ihre Kasse gebunden. Ein Sonderkündigungsrecht besteht, wenn eine gesetzliche Kasse erstmals einen Zusatzbeitrag erhebt oder diesen erhöht.

Was ist beim Wechsel in eine Privatkasse zu beachten? Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass der Gang zu einer privaten Kasse meist eine Entscheidung fürs Leben ist. Die Beiträge sind für junge, gut verdienende Singles oder kinderlose Paare zwar oft niedriger als in der gesetzlichen Versicherung, sie können aber mit den Jahren kräftig steigen. Als Faustregel gilt: Nach 30 Jahren hat sich der Beitrag mindestens verdreifacht.

Was können Privatversicherte bei saftigen Beitragserhöhungen tun? Der Wechsel zu einem anderen privaten Anbieter lohnt sich für Privatpatienten laut Stiftung Warentest in aller Regel nicht. Die Versicherten sollten stattdessen versuchen, mit ihrem bisherigen Versicherer ein günstigeres Angebot zu bekommen, zum Beispiel durch den Wechsel in einen anderen Tarif oder durch Abstriche bei Leistungen. Für ältere Privatpatienten kommt häufig nur noch ein Standardtarif in Frage.



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