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Bauausschuss stimmt neuem Einkaufszentrum an der Bahnhofstraße zu

"Wenn das in eineinhalb Jahren steht, sind wir doch alle richtig glücklich!"

Rinteln (wm). Die Politik hat die Fronten beim geplanten neuen Einkaufszentrum in der Nordstadt an der Bahnhofstraße abgesteckt: CDU und SPD sind dafür, WGS und Grüne dagegen. So das Ergebnis der Abstimmung am Mittwochabend im Bauausschuss, das wohl auch die Meinung der Fraktionen im Rat widerspiegelt.

veröffentlicht am 14.06.2008 um 00:00 Uhr

Die Argumente für und gegen das Projekt, das seit gut fünf Jahren diskutiert wird, sind hinlänglich bekannt und ausgetauscht - so gab es dann auch keine wirklich überraschenden Wortmeldungen zu diesem Thema in der Bauausschusssitzung. Nur Ausschussvorsitzender Günther Maack outete sich als vom Saulus zum Paulus bekehrt: Er habe dem Projekt immer skeptisch gegenübergestanden, jetzt aber seine Meinung geändert, auch weil im Grunde zum großen Teil bereits vorhandene Märkte um- und in das neue Zentrum einziehen. Blieb die Frage, schadet das neue Zentrum der Innenstadt oder nicht? Nina Weißer (Grüne) glaubt da der Industrie- und Handelskammer (IHK), die das neue Einkaufszentrum als schädlich einstuft, Ulrich Goebel (CDU) und Klaus Wißmann (SPD) glauben der CIMA, der Gesellschaft für kommunales und gewerbliches Marketing in Lübeck, die das Gegenteil behauptet. Spottete Gert Armin Neuhäuser: Das seien keine Gutachter, unter wissenschaftlichen Standards verstehe er etwas anderes. So schalt er dann auch seine Ratskollegen "Lemminge", die mit sehenden Augen in den Abgrund liefen. Klaus Wißmann konterte, abstimmen würden letztlich nicht die Ratsherren, sondern die Bürger, die in dem einen Supermarkt einkauften, in dem anderen eben nicht - siehe HL-Markt an der Wallgasse: "Wären wir da alle hingegangen, gäbe es ihn noch." Ein Problem, das Neuhäuser noch aufzeigte, nämlich die Frage, was mit den Altimmobilien von Aldi bis Deichmann oder Jibi passiert - ein Markt, der möglicherweise auch an die Bahnhofstraße zieht -, beschloss die Ratsmehrheit zunächst auszuklammern. Kommt Zeit, kommt Rat - oder auch nicht. Mit einer Veränderungssperre, warnte Neuhäuser, sei das allerdings nicht zu machen, Veränderungssperren seien entschädigungspflichtig. Den Einzug eines Billigplünnenladens in eine Altimmobilie werde der Rat deshalb kaum verhindern können. Am Rande diskutierte man dann noch kurzüber die Frage, ob es Alternativen zu einem Einkaufsmarkt an der Bahnhofstraße gebe, um das "unschöne" Gelände an der Bahn neu zu gestalten - Antwort: Es gibt keine, einfach deshalb, weil es keine Investoren gibt, die sich für eine Grünfläche dort interessieren könnten. Bauamtschef Reinhold Koch versuchte den Ratsherren dann noch die grundlegenden Aspekte der Investoren- und Firmenpolitik der beteiligten Unternehmen zu verdeutlichen: Die Immobilien, in denen die beteiligten Märkte säßen, seien längst abgeschrieben, entsprächen nicht mehr heutigen Ansprüchen. Die Unternehmen hätten bisher im Osten investiert, jetzt "rollt die Welle zurück". Und da liege es auf der Hand, in neue, moderne Einkaufszentren umzuziehen, was auch der "Face-to-Face-Strategie" der Unternehmen entspreche. Wißmann auf alle Fälle sieht das alles sehr, sehr positiv: "Wenn das in eineinhalb Jahren steht, sind wir doch alle richtig glücklich." Das letzte Wort hat jetzt der Rintelner Rat. Das Einkaufszentrum Bahnhofstraße steht am Donnerstag, 19. Juni, auf der Tagesordnung.



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