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Sülbecker "Up to date"-Gottesdienst: Kraft und Fitness im Blickpunkt / Fragen im "Kreuzverhör"

Wenn das Gotteshaus zum Fitnesscenter wird

Sülbeck (han). Kraft ist das Thema eines so genannten "Up to date"-Gottesdienstes der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Sülbeck gewesen. Um die Besucher auf das Motto einzustimmen, wurde ihnen am Kircheneingang zunächst ein Energy-Drink eingeschenkt. Der Altarbereich bot einen ungewohnten Anblick, Trimmgeräte, Turnmatten und ein Trampolin waren zwischen Kanzel und Kirchenbänken aufgebaut.

veröffentlicht am 21.05.2008 um 00:00 Uhr

Pastor Andreas Hecht befragt Fitnesstrainerin Susanne Tünnermann

Hereingeplatzt kamen drei Akteure der Laienspielgruppe "Playburger", die einen vergnüglichen Sketch darboten. Nachgestellt wurde eine mehr oder weniger typische Szene aus einem Fitnesscenter. Einer der Schauspieler trainierte eifrig seine Kaumuskeln indem er Schokoladenriegel in sich hinein stopfte. Um dennoch Eindruck zu schinden, goss er sich sein Fitnessgetränk über den Kopf. Derart "nass geschwitzt" musste selbstverständlich jeder glauben, dass hier ein hoch disziplinierter Bodybuilder am Werke war, der seinen Körper für Schönheit und Gesundheit schindete. Als Gast begrüßten die Pastoren Hartmut Ahrens und Andreas Hecht die Kraft- und Fitnesstrainerin Susanne Tünnermann vom Fitnesscenter "Looms" in Stadthagen. "Was ist eigentlich Kraft?", wollte Hecht wissen. Es gebe unterschiedliche Arten von Kraft, zum Beispiel Maximalkraft und Schnellkraft, antwortete die Bewegungsexpertin. "Ist Fitness der Mega-Trend der nächsten Jahre?" "Ja", antwortete Tünnermann, "schließlich wollen viele Menschen gesund alt werden." "Was muss ich tun, um fünf Kilo abzunehmen", wollte Hecht als nächstes wissen. "Du brauchst nicht schlanker werden, Du trainierst ja bereits bei uns", erwiderte die Trainerin. Gesunde Ernährungund zwei bis dreimal pro Woche Sport seien allerdings nie verkehrt. Die Predigt behandelte die Geschichte "Jesus und die Samariterin" aus dem Johannesevangelium. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von Andreas Kaesler an der Gitarre. Außerdem erzählten die Pastoren ein Gleichnis über einen Adler, der sich für ein Huhn hält und erst wieder zu Besinnung kommt, als er in die Sonne blickt. Anschließend stellten sich Hecht und Ahrens in einem "Kreuzverhör" den Anliegen der Gottesdienstbesucher, die zuvor Fragen auf eigens verteilten Kärtchen notiert hatten. "Warum lässt Gott Unrecht zu?" "Ehrlicherweise müsste man den Vorwurf umdrehen und fragen, warum die Menschen so viel Unheil zulassen", antwortete Hecht, "warum schaffen wir es nicht, die Güter dieser Erde gerecht zu verteilen?" Einer Studie zufolge reichten die Ressourcen auf der Erde für zwölf Milliarden Menschen. Allerdings gebe es Dinge, die der Mensch nicht endgültig in der Hand habe, wie zum Beispiel Naturkatastrophen, räumte der Pastor ein. "Warum gibt es Freiheit und Anerkennung für die Samariterin nur durch eine neue Abhängigkeit, und zwar der von Gott, dem Licht und von Jesus, der Vergebung?", lautete eine weitere Frage. Nach einer sehr langen Pause antwortete Ahrens, dass die Beziehung zu Gott keine Abhängigkeit sei, sondern Freiheiten zulasse. Eine weitere Frage richtete sich auf die heutige zielorientierte Leistunggesellschaft. "Es darf nicht dazu kommen, dass menschlicher Wert und menschliche Würde nur noch über Leistung definiert werden", warnte Hecht.



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