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Silvesterinitiative und Diakonisches Werk helfen bedürftigen Familien bei der Einschulung der Kinder

Wenn das Geld für den Schulranzen fehlt

Rinteln (wm). Nach der Schule ist vor der Schule: Deshalb startet bereits jetzt die Rintelner Silvesterinitiative, ein gemeinnütziger Verein, der Familien in Notlagen hilft, eine "Schulranzen- aktion". Und auch Kreiskirchensozialarbeiter Martin Barwich vom Diakonischen Werk hat einen Fonds, um nach den Ferien bedürftigen Familien bei der Einschulung ihrer Kinder zu helfen.

veröffentlicht am 23.07.2008 um 00:00 Uhr

Martin Barwich und Annemarie Gesche vor dem Haus der Diakonie in

Annemarie Gesche von der Silvesterinitiative schilderte, dass es viele Gründe gibt, hier gezielt zu helfen: Kinder aus Harz-IV-Familien oder von Alleinerziehenden sollen nicht schon vom ersten Tag an in ihrer Klasse ausgegrenzt werden, nur weil sie keinen Schulranzen, Bücher, Hefte und Stifte haben, wie die anderen. Und aus Harz-IV-Sätzen seien die Unterrichtsmaterialien für eine Einschulung heute nicht mehr zu bezahlen. Während der Kirchenkreis Schaumburg die Kasse von Martin Barwich aus Kollekten und Kirchenmitteln füllt, ist die Silvesterinitiative auf private Spenden und Sponsoren angewiesen. Im Vorjahr, schilderte Annemarie Gesche, habe man für diese Aktion rund 2500 Euro ausgegeben - wobei sichergestellt sei, dass das Geld tatsächlich nur für Schulsachen ausgegeben wird: Kinder und Eltern kaufen in Rintelner Geschäften ein, zeichnen einen Lieferschein ab, und die Silvesterinitiative begleicht dann die Rechnung. Silvesterinitiative wie Diakonie helfen auch später Schulkindern, wenn es Probleme gibt - und das seien oft "Kleinigkeiten" aus Sicht eines Normalverdieners, erzählte gestern Annemarie Gesche: Gummistiefel und Regenjacke für eine Klassenfahrt - die Mutter hat kein Geld dafür, das Kind müsste deshalb zu Hause bleiben. Jüngst habe man in einer Familie die Kosten für einen Jungen für das Kreisfeuerwehrzeltlager übernommen. Martin Barwich wie Annemarie Gesche betonten, die Zahl der Hilfsbedürftigen sei auch in Rinteln deutlich angestiegen, was vor allem auf die gestiegenen Lebensunterhaltungskosten zurückzuführen sei: Passiere in Familien etwas außerhalb der Reihe - wie eben eine Einschulung oder eine Klassenfahrt, eine Waschmaschine geht kaputt, ein Umzug steht an oder ein Familienmitglied erkrankt - ständen viele vor einer akuten Notlage, weil sie weder über Kredit, noch über Rücklagen verfügen. Auch die Bürokratie sei an mancher Notsituation nicht ganz unschuldig, erläuterte Barwich. Wer eine Arbeitsstelle gefunden habe, erhalte nicht mehr Hartz IV, seinen ersten Monatslohn jedoch erst nach vier Wochen. Barwich: "Viele können das nicht überbrücken." Annemarie Gesche berichtete, die Silvesterinitiative habe jüngst einem Auszubildenden Anzug, Schuhe, Krawatte und Hemd bezahlt, weil das die Voraussetzung dafür war, dass er seinen Ausbildungsplatz habe antreten können. Ihr Appell: 90 Mitglieder zählt die Silvesterinitiative in Rinteln zurzeit - es wäre schön und wünschenswert, wenn es noch mehr werden.



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