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155 Unfälle mit motorisierten Zweirädern im vergangenen Jahr / Keine Motorrad-Unfallschwerpunkte im Kreisgebiet

Weniger Schwerverletzte durch verbesserte Technik

Landkreis (fox). Die Motorradsaison hat für die meisten Fahrer im April begonnen. Damit häufen sich auf die Unfälle mit besonders schwerem Ausgang. Egal, ob mit Mofa, Roller oder schwerem Motorrad unterwegs - die Knautschzone fehlt. Somit für die Fahrer auch ein großes Stück Sicherheit im Vergleich zu Autofahrern. Die Polizei hat die Unfallzahlen für das vergangene Jahr für den Landkreis Schaumburg vorgelegt und kommentiert.

veröffentlicht am 30.05.2007 um 00:00 Uhr

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155 Fälle von Unfällen mit Beteiligung motorisierter Zweiräder hat die Polizei auf Schaumburgs Straßen im vergangenen Jahr insgesamt registriert. Dabei ist ein Mensch ums Leben gekommen. Tragisch - doch allein im April dieses Jahres sind es bereits zwei Motorradfahrer gewesen, die im Nordkreis tödlich verunglückt sind. 32 Menschen wurden im vergangenen Jahr schwer verletzt, 93 leicht. Bei den übrigen 29 Unfällen gab es keine Verletzten. Für Axel Bergmann, Pressesprecher im Kommissariat in Stadthagen, stellen die vorgelegten Zahlen generell bis auf den Unfalltod Verbesserungen dar. Dabei sei nicht die Zahl der Fälle ausschlaggebend, sondern letztendlich der Ausgang der Unfälle, erläuterte Bergmann. Aufgrund stets verbesserter Schutzkleidung und Motorradtechnik - wie beispielsweise Anti-Blockier-Systemen an den Bremsen - gingen Unfälle mit Schwerverletzten zurück. Den Motorradfahrern im Speziellen schreibt Bergmann aus Erfahrung keine generelle Risikobereitschaft im Zusammenhang mit den Unfällen zu. Häufig würden die Fahrer jedoch besonders zum Saisonbeginn ihr Können überschätzen. "Viele haben die Maschine gewechselt und haben nun wesentlich mehr PS zur Verfügung. Da vertut man sich schnell." Die Knochen seien zudem bei vielen nach der Winterpause noch eingerostet, so Bergmann. Er empfiehlt, sich langsam wieder ans Fahren zu gewöhnen. Im Landkreis Schaumburg verzeichnet die Polizei keine speziellen Unfallschwerpunkte für Motorradfahrer. "Es gibt aber tückische Bereiche, wie beispielsweise die sich zuziehende Rechtskurve zwischen Pollhagen und Nordsehl, bei denen sich viele Fahrer verschätzen", sagte Bergmann. Da helfe nur Ortskenntnis und angepasste Geschwindigkeit. Mit dieser würden es die "Biker" zumindestin Ortschaften ernst nehmen. "Wir stellen in diesem Bereich kaum nennenswerte Geschwindigkeitsverstöße fest." Gleiches gelte für die Helmpflicht. "Wir verlassen uns bei den Motorradfahrern in erster Linie auf unsere präventive Öffentlichkeitsarbeit", sagte Bergmann. Die Fahrer wüssten, wie gefährlich ihr Hobby sei. "Auf die Motorrad-Jagd zu gehen, ist etwas, was wir nicht wollen."



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