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AWS gibt Geruchsbelästigung zu

Weniger Müll - mehr Gestank: Lösung "in Kürze"

Sachsenhagen (gus). Die Deponie stinkt manchen Sachsenhägern seit einigen Wochen gewaltig. Und zwar im Wortsinn. Die Geschäftsführung der Abfallwirtschaftsbetriebe Schaumburg (AWS) hat zugegeben, dass es in der jüngeren Vergangenheit zu verstärkter Geruchsbelästigung durch die Deponie nahe der Kleinstadt gekommen ist. Vorangegangen waren zahlreiche Beschwerden. "In Kürze", so AWS-Geschäftsführer Bernd Insinger, soll mit dem Gestank Schluss sein.

veröffentlicht am 29.01.2007 um 00:00 Uhr

In der Umgebung einer Entsorgungsanlage kann es schon mal miefen. So viel Verständnis haben alle Betroffenen geäußert. Doch was seit einigen Wochen vom Sachsenhäger Entsorgungszentrum herüberwehe, sei nicht mehr zu ertragen. Schubweise, massiv und penetrant trete gülleartiger Geruch auf. Besonders belästigt fühlen sich nach Recherche-Ergebnis die Anlieger der StraßenBergtrift, Holztrift, Kuhle, Poggenkuhle und Danziger Straße. Die Erklärung ist kurios und Insinger nach eigenem Bekunden "sehr unangenehm". Demnach ist die geringere Abfallmenge in den Wintermonaten der Auslöser. Weil weniger Müll in den Hydrolyse-Behältern zu längerer Lagerdauer führe, entstehe darin Schwefelwasserstoff (H2S). Dieser rieche auch in geringen Mengen streng. Beim Neubefüllen der Behälter müsse die enthaltene Luft entweichen. "Bisher war das kein Problem, weil die Luft nicht gerochen hat", erklärt Insinger. In Hydrolyse-Behältern werden die biologischen Bestandteile des Abfalls "versäuert". Das ist die Vorbereitung auf den Gärprozess in den Fermentern. Die Behälter müssen stets voll sein, damit die Säuerung gelingt. Also könne der Inhalt nicht in schnellerem Rhythmus entnommen werden. Unangenehme Begleiterscheinung ist die H2S-Bildung. "Die durch Klappen freigegebene Luft stinkt", gibt der AWS-Chef zu. Dies erklärt, warum die Anwohner von Belästigung in unterschiedlich intensiven Schüben berichteten. Auch, warum dass Phänomen bereits im Sommer bemerkt worden war. In den Sommermonaten herrscht laut Insinger ebenfalls Müll-Flaute. Der AWS-Geschäftsführer nennt die üblen Gerüche "ärgerlich", bittet um Entschuldigung und kündigt rasche Abhilfe an. Die drei Behälter, aus denen die H2S-haltige Luft entweicht, sollen an die Filteranlage der Deponie angeschlossen werden. Einen Zeitpunkt, wann dies vollzogen sein wird, wollte Insinger nicht nennen. "Wir arbeiten mit Hochdruck. Ein Behälter ist bereits angeschlossen", sagt dieser. Die fehlende Filter-Verbindung begründet Insinger damit, dass in abfallreichen Monaten kein H2S entsteht.

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