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Landwirt will jetzt nur noch einen mobilen Stall für Legehennen errichten

Weniger Hühner – und weiter weg

Bessingen. Im Streit um die Errichtung von drei mobilen Hühnerställen ist Landwirt Bernd Munzel-Piepenbrink von seinen Ursprungsplänen abgerückt. Jetzt will er nur noch einen mobilen Stall für Legehennen errichten – der auch deutlich weiter von der Wohnbebauung entfernt entstehen soll als ursprünglich geplant.

veröffentlicht am 17.04.2016 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:48 Uhr

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Autor:

Christiane Stolte
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Bernd Munzel-Piepenbrink hat sich lange geärgert. Ihm war unverständlich, warum die Bessinger vor einiger Zeit quasi „hinter seinem Rücken“ Unterschriften gesammelt hatten, die sich gegen sein Vorhaben richteten, auf einer Wiese in der Nähe seines landwirtschaftlichen Hofes drei mobile Hühnerställe für Legehennen zu installieren. „Warum haben sich die Bürger nicht direkt an mich gewandt und sich nach meinen Plänen erkundigt, statt hinter meinem Rücken zu agieren?“ fragt der Landwirt.

Von den Einwohnern sei ihm vorgeworfen worden, sie nicht in seine Pläne mit einbezogen und Transparenz in sein Vorhaben gebracht zu haben. Wären die Bürger jedoch zu ihm gekommen, hätte er ihnen natürlich Frage und Antwort gestanden, denn ihm liege an einem einvernehmlichen Miteinander mit den Einwohnern.

Aus Solidarität mit dem Dorf hat er nun seine Pläne, drei mobile Hühnerställe mit insgesamt 4000 Legehennen zu errichten, revidiert. Neues Ziel des Landwirts ist es, nur einen Stall aufzustellen, in dem 1500 Legehennen untergebracht werden sollen. Die Entfernung zu den Anwohnerhäusern würde sich vergrößern. Soll heißen, statt 120 Meter lägen dann 500 bis 600 Meter zwischen dem Stall und den Häusern. Die von den Anwohnern befürchtete Geruchs- und Keimbelästigung würde sich wesentlich verringern, da der Wind aus einer anderen Richtung käme.

Der Landwirt hofft, dass er mit seinem „Zurückrudern“ zugunsten der Bevölkerung nun auf Akzeptanz der Einwohner stoße und ihnen auch ihre Befürchtung, ihre Grundstücke könnten durch den Hühnerstall an Wert verlieren, nehmen könne. Gesetzlich sei er zwar nicht dazu verpflichtet, von seinem bisherigen Standort abzuweichen, denn es gebe keine feste Abstandsregelung für die Entfernung zu Wohnhäusern, doch ihm sei die „allgemeine Akzeptanz“ im Dorf wichtig.

Über seine neuen Pläne berichtete Munzel-Piepenbrink kürzlich in der offenen Bürgergesprächsreihe, zu der Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Peschka in regelmäßigen Abständen einlädt. Das Vorhaben des Landwirts, mit dem neuen Standort eine größere Entfernung zum Dorf zu schaffen, stieß im Großen und Ganzen auf Akzeptanz. „Wir freuen uns über die Kompromisslösung“, betonte Rainer Olze vom Vorstand des Heimatvereins Bessingen. Das sei ein Kompromiss, mit dem seiner Meinung nach die Mehrheit der Dorfbevölkerung leben könne. Durch die weitere Entfernung sei davon auszugehen, dass die von den Bürgern gefürchtete Geruchs- und Keimbelästigung reduziert werde.

Bessingen sei nun mal ein landwirtschaftlich geprägter Ort. Noch vor etwa 30 Jahren sei die Geruchsbelästigung größer gewesen, da es mehr landwirtschaftliche Betriebe gegeben habe als heute. Dass Munzel-Piepenbrink einen Hühnerstall bauen möchte, sei bei den Bürgern von Anfang an akzeptiert worden. Lediglich der nahe Standort zum Dorf sei auf heftige Kritik gestoßen. Bevor der Landwirt den Hühnerstall auf der grünen Wiese in der Nähe seiner Schweinemastanlage realisieren kann, muss er allerdings zwei Wiesengrundstücke zupachten. „Die Zupachtung ist derzeit noch unsicher“, räumt Munzel-Piepenbrink ein. Sollte es ihm gelingen, die beiden Wiesenstücke dazuzubekommen, werde er anschließend die Prüfung durch die zuständigen Behörden einleiten. Sein Ziel ist es, den mobilen Hühnerstall zu Ostern 2017 in Betrieb nehmen zu können.

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