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Die Zahl der Straftaten sinkt / Aufklärungsquote soll verbessert werden / Praktisch keine Drogenszene

Weniger Delikte, aber mehr Unfälle und Tote

Nenndorf/Rodenberg (fox). Die Samtgemeinden Nenndorf und Rodenberg sind sicher. Kriminalitätsschwerpunkte gibt es trotz der Nähe zur Autobahn nicht. Ganz im Gegenteil, die Zahlen sind rückläufig. Mit einem Gesamtaufkommen von 1731 Straftaten verzeichnet die Polizei in der Kriminalitätsstatistik für das vergangene Jahr 204 Straftaten weniger als noch 2006. Maßgeblich für diese Senkung ist laut Polizei der Rückgang der Internetbetrügereien um 285 Fälle. Eine Reihe von Plagiatsfällen hatte 2006 die Statistik explodieren lassen. Insgesamt zählte das Kommissariat rund 5400 Einsätze.

veröffentlicht am 29.03.2008 um 00:00 Uhr

Die Zahl der Verkehrstoten (hellblau) ist 2007 im Vergleich zum

"Wir wollen uns steigern", sagt Kommissariatsleiter Michael-Andreas Meier. Damit spricht er die Aufklärungsquote an, die er in absehbarer Zeit auf 60 Prozent bringen möchte. Derzeit liegt diese bei rund 55 Prozent und bleibt damit im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. In Sachen Brandstiftung (gesunken von elf auf acht) liege die Quote sogar bei 65 Prozent. Leichte Sorge haben Meier und Einsatzstreifendienstleiter Gerhard Schönemann angesichts der gestiegenen Zahl der Wohnungseinbrüche am Tag. Waren es 2006 noch neun, so wurde im vergangenen Jahr in 17 Wohnungen und Häuser eingebrochen - oder dies zumindest versucht. "Die Täter kommen zu einer Tageszeit, zu der sich die Bewohnerhäufig in den Räumen befinden", berichtet Meier. Dies stelle eine besonders starke Belastung für die Einbruchsopfer dar und verstärke das Unsicherheitsgefühl. Die Polizei in Bad Nenndorf will diese Entwicklung durch verstärktes Streifelaufen und -fahren in gefährdeten Gebieten eindämmen. Die Verkehrsunfallstatistik prägt eine ungewöhnlich hohe Zahl von Verkehrstoten. Von zwei Opfern in 2006 ist die Zahl auf elf in 2007 gestiegen - die Verkehrstoten auf der Autobahn 2 schließt die Polizei dabei aus. Dies ist Angelegenheit der Polizeidirektion Hannover. Besonders tragisch zeichnet sich bei diesen Zahlen aus dem vergangenen Jahr der Unfall am Hohnhorster Bahnübergang ab, bei dem vier Menschen ums Leben gekommen waren. 723 Verkehrsunfälle hat die Polizei 2007 aufgenommen. 603 waren es im Vorjahr. Wie Schönemann sagte, sind rund 430 dieser Unfälle so genannte Bagatelldelikte, wie beispielsweise Parkrempler. Als Schwerpunkt nannte er dabei den Autohof in Lauenau, wo es besonders nachts zu solchen Zwischenfällen komme. Bei denverbleibenden Unfällen sind außer den getöteten Personen 27 schwer verletzt worden. 139 wurden leicht verletzt. "Ein bisschen stolz" ist Meier auf den Rückgang der so genannten "Rohheits delikte", die unter anderem Körperverletzung, Raub und Erpressung einschließen. Die Zahl sei in 2007 um zehn Fälle zurückgegangen. Meier spricht hierbei von "guter Präventionsarbeit". Die Körperverletzungen sind um 26 auf 105 Delikte zurückgegangen. Die Fälle von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind von elf auf 23 gestiegen. Dies hänge in erster Linie mit dem Anstieg der Internet-Delikte zusammen. Hierbei gelte jedes heruntergeladene Bild, beispielsweise aus dem kinderpornografischen Sektor als Straftat. Gute Karten haben die Samtgemeinden Nenndorf und Rodenberg auch in Sachen Rauschgiftkriminalität. Der Markt sei dort schlichtweg nicht vorhanden. Die Dunkelziffer in diesem Bereich sei allerdings üblicherweise hoch. Ein gutes Zeugnis stellte Meier in diesem Zusammenhang und in Sachen Körperverletzungs-Zahlen auch dem Betreiber der Discothek "Phoenix Parc" aus. Dieser sei mit eigenem Sicherheitskonzept auf die Polizei zugegangen. "Wir sind damit sehr zufrieden und kommen gut mit dem Sicherheitspersonal aus", sagt Meier. "Wir hoffen, dass dies auch so bleibt, haben aber ein Auge drauf."



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