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Im Auetal brüten in diesem Jahr nur zwei Paare / Jungtiere gewogen und beringt / Nahrung ist knapp

Wenig Mäuse - schlechtes Jahr für Schleiereulen

Auetal/Landkreis (mj). Viele Vogelarten haben ihre Jungen schon lange groß gezogen und Störche und Schwalben sammeln sich sogar schon für den Flug nach Süden. Aber die heimischen Schleiereulen sind in diesem Jahr immer noch am Brüten - ungewöhnlich spät. Das haben Dorothea Ocker und Marc Jameson vom Naturschutzbund (Nabu) Auetal festgestellt, die 20 Nistkästen für die Schleiereulen im Auetal betre uen.

veröffentlicht am 02.09.2008 um 00:00 Uhr

Die Arbeitsgruppe Eulen des Naturschutzbundes: Fritz Borcherding

Die Eulenart hat in diesem Jahr aus Nahrungsmangel gar nicht oder erst sehr spät mit der Brut begonnen. Viele Nistkästen seien leer geblieben. Nur in zwei Kästen, so Ocker und Jameson, hätten Bruten festgestellt werden können: eine bei der Familie Kämpfe in Rolfshagen und eine weitere in der Gaststätte Thöneböhn in Borstel. In Borstel konnte Jameson gemeinsam mit Klaus Otten, Hobby-Ornithologe und Obernkirchener Experte für Schleiereulen, Anfang August vier junge Schleiereulen, die sich noch im Kasten aneinander kuschelten, beringen. Gespannt schauten vier Auetaler- Kinder dabei zu wie die Tiere gewogen, beringt und wieder in den Kasten gebracht wurden. Otten, der auch die fünf jungen Eulen in Rolfshagen beringte, stellte fest, dass die "Orgelpfeifen", Jungtiere verschiedenen Alters, in den beiden Orten genug Nahrung bekommen: Ihr Gewicht lag beim Wiegen mit der Federwaage im Idealbereich um die 400 Gramm. Die Schleiereulen sind sehr vom Vorkommen der Feldmaus abhängig. "Etwa 93 Prozent der Nahrung sind Mäuse", so der Reinsdorfer Wilhelm Peters. Seit 1988 ist er im Nabu für die Bestandsaufnahme der Schleiereulenbruten im Schaumburger Land verantwortlich. Peters kann anhand langjähriger Aufzeichnungen belegen, dass der Bestand an Feldmäusen etwa alle vier Jahre einbricht. Dann ist nur mit wenigen Eulenbruten zu rechnen, wie in diesem Jahr. Vermehren sich die Mäuse wieder stärker, können die Eulen zwei bis drei Bruten aufziehen. Neben der Nahrung ist auch das Vorhandensein von ausreichend Brutplätzen ein Aspekt von größter Bedeutung. "Man könnte schon sagen, dass die Eule vom Menschen abhängig ist", so Peters, der mit seiner Arbeitsgruppe Eulen des Naturschutzbundes Rodenberg dafür sorgt, dass die Eulen ein Zuhause bekommen. Mit Rolf Bostelmann, Fritz Borcherding und Marc Jameson hängt und betreut Peters die Schleiereulenkästen in Rodenberg und Umgebung. Im Landkreis gibt es rund 150 Kästen für die Schleiereulen, die allerdings häufig auch von Turmfalken zur Brut genutzt werden. In Niedersachsen wird ihr Bestand auf 2500 Paare geschätzt.

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