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Carlo Thränhardt Stargast der Volksbank: "Ich habe nie gedopt" / Ullrich-Behauptung nicht ausreichend

Weltrekordler gegen "Wischiwaschi"-Geständnis

Bückeburg (bus). Carlo Thränhardt, seines Zeichens amtierender Europa- und dreifacher Weltrekordhalter im Hochsprung, hat der aktuellen Bückeburger Ortsversammlung der "Volksbank in Schaumburg" am Donnerstagabend ein außergewöhnliches Glanzlicht aufgesetzt. Der Leichtathlet, der "nebenbei" 16 deutsche Meistertitel abräumte, präsentierte sich in einem mit Volksbank-Vorstand Joachim Schorling geführten Interview gleichermaßen entspannt wie knallhart. Wischiwaschi-Behauptungen wie die des Radfahrers Jan Ullrich, nie jemanden "betrogen" zu haben, werde man von ihm nicht hören. Thränhardt unmissverständlich: "Ich habe nie in meinem Leben gedopt."

veröffentlicht am 02.06.2007 um 00:00 Uhr

Kein "Wischiwaschi, ich habe nie gedopt": Der dreifache Weltreko

Das war den etwa 600 Besuchern in der früheren Wagenremise des Schlosses allemal einen Zwischenapplaus wert. Auch bei weiteren Aussagen des heute in der Motivationsszene aktiven Ausnahmesportlers sparte das Publikum nicht mit Beifall. Gleich zu Beginn des Zwiegesprächs, als der Rekordler von einem tagesaktuellen Erlebnis auf dem Dr.-Faust-Sportplatz in Bückeburg berichtete, mischten sich laute Lacher in die Klatschgeräusche. "Wir haben noch nie einen alten Mann so schnell laufen gesehen", hätten sich Kinder über ihn amüsiert, erzählte der Stargast. Wobei die Heranwachsenden bei einem Wettstreit wohl kaum eine Chance gegen den Blondschopf gehabt hätten. Mehr als 11.7/11.8 (Sekunden) benötige er derzeit kaum, um 100 Meter zu Fuß zu überbrücken, gab der Ausgelachte zu verstehen. Thränhardt äußerte sich "überrascht" darüber, dass Sportler wie beispielsweise Erik Zabel im Anschluss an ein Doping-Eingeständnis vom Publikum mehr mit Beifall als mit Skepsis begrüßt werden. Die Verjährungsfrist ins Feld zu führen, sei kein angemessener Weg. "So geht's nicht", unterstrich der Rekordhalter. Auf Schorlings Interesse hinsichtlich der von heutigen Springern nicht mehr zu überwindenden Höhen früherer Ausnahmekönner (Thränhardts letzter Weltrekord steht mit 2,42 Meter zu Buche), verwies der Befragte auf die seinerzeitige Ausnahmekonstellation. "Ich hatte Glück, dass damals die Konkurrenz so groß gewesen ist", das habe seine und die Motivation der Mitstreiter enorm beflügelt. Weitere beifallsträchtige Äußerungen des Sprunggewaltigen: "Ich mache manchmal auch Dinge, von denen ich nicht weiß, was mich erwartet" (über seinen Auftritt in der TV-Klamotte "Dschungel-Camp"); "Fernsehanstalten sagen nicht die Wahrheit" (über die Anwerbungsmethoden des veranstaltenden Senders); "Schwachsinn, großer Quatsch" (Gesamtrückschau über das "Camp"); "ungefähr einmetersiebenundsechzig" (über das Hochsprungvermögen von Boris Becker); "falls ich zu der Zeit dessen Berater gewesen wäre, hätte es die Besenkammergeschichte nicht gegeben" (ebenfalls über den Tennisspieler); "unheimlich gemütlich und ein sehr schönes Städtchen" (über Bückeburg).



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