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Der 18-jährige Niko Kazinakis möchte am liebsten in Grohnde wohnen bleiben / Vielseitig in der Gemeinde engagiert

Weltoffen – aber sein Herz schlägt für die Provinz

Emmerthal/Grohnde (gm). Niko Kazinakis ist 18 Jahre jung, macht gerade seinen Führerschein, ist für alle seine Freunde ein richtiger und aufrichtiger Kumpel und hat das Herz am rechten Fleck. Der 18-jährige Grohnder, der in Bad Pyrmont geboren wurde und bereits seit der ersten Grundschulklasse im Weserdorf lebt, fühlt sich seiner Heimat verbunden wie kaum ein anderer Jugendlicher aus seiner Emmerthaler Region. Für ihn würde ein Umzug, beispielsweise nach Hannover, niemals in Frage kommen. „Wenn ich später mal in Emmerthal oder Hameln keine beruflichen Perspektiven finden würde, wäre ich auch gerne bereit, von Grohnde aus täglich durch den gesamten Landkreis zu pendeln“, sagt der junge Mann selbstbewusst.

veröffentlicht am 07.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 23.10.2009 um 17:46 Uhr

Niko Kazinakis

Nicht nur in Grohnde genießt er aufgrund seines großen sozialen Engagements einen hohen Stellenwert genießt. Emmerthals Jugendpfleger Henning Bergmann, der Niko Kazinakis seit über fünf Jahren kennt, ist er schon während der Schulzeit an der Johann-Comenius-Schule positiv aufgefallen. „Bereits mit 12 Jahren hatte Niko eine soziale Ader, und als 14-Jähriger engagierte er sich als Streitschlichter zwischen den Schülern und sogar als Bindeglied zwischen der Lehrerschaft und den Schülern an seiner Penne“, berichtet Bergmann. Auf Anraten des Jugendpflegers entschied sich Kazinakis im Februar 2007, sich für einen Platz im Emmerthaler Jugendparlament aufstellen zu lassen. „Wenn ich das mache, will ich auch Jugendbürgermeister werden“, erinnerte sich Niko an seinen damaligen Vorsatz, den er in keiner Weise überheblich vorbrachte.

Selbst Bürgermeister Andreas Grossmann war von dem Jungen begeistert, der sich mit viel Elan allen Herausforderungen stellte. „Er hat sein damaliges Ziel mit großer Stimmenmehrheit erreicht und sich besonders in Grohnde für den Erhalt und die Sanierung des dortigen Jugendtreffs stark gemacht“, lobt Grossmann noch heute den unermüdlichen Tatendrang des Jugendlichen, der unlängst auf der Elisabeth-Selbert-Schule seinen Sekundarabschluss I im Bereich der Sozialpflege absolvierte.

Jetzt möchte Niko Kazinakis erst einmal seinen Zivildienst in einem Kirchohsener Senioren- und Pflegeheim durchlaufen, um später den Beruf des examinierten Altenpflegers zu erlernen. „Das wurde mir quasi in die Wiege gelegt“, erzählt Kazinakis, dessen Mutter Dimitra Kazinaki seit vielen Jahren in der Bad Pyrmonter Diakonie tätig ist. Die Bundeswehr ist für ihn keine Alternative, obwohl er erst am letzten Donnerstag mit einem guten Tauglichkeitsgrad gemustert worden ist. „Ein Gewehr würde ich allenfalls mal in die Hand nehmen, um meiner Freundin auf der Kirmes eine Plastikblume zu schießen“, schmunzelt Niko, der viel lieber auf dem Fußballplatz rumballert.

Als Verteidiger des TSV Grohnde feierte Kazinakis zum letzten Saisonende die Kreismeisterschaft und holte mit seiner Mannschaft den Kreispokal ins Weserdorf. Nach der Leistungsklasse kam der Aufstieg in die Kreisliga und damit deutlich mehr Zeitinvestition für Trainingseinheiten in seinem Team. Dennoch bleibt Niko Kazinakis weiterhin mit Begeisterung Jugendtrainer und Betreuer der Grohnder B-Jugend, mit der er auch mindestens dreimal wöchentlich auf dem Platz steht.

„Es ist nicht unbedingt ein Leben für den Sport hier im Dorf“, erklärt der junge Mann, der bereits durch einige Sportverletzungen und kleinere Operationen herbe Rückschläge hinnehmen musste. „Vielmehr ist es meine Verbundenheit an meine Grohnder Heimat, die mich hier immer hält und für die ich bereit bin, alles zu geben“, verdeutlicht Kazinakis. Im Winter auf dem Grohnder Teich Schlittschuh laufen, im Sommer im Weserpark des Dorfes mit seinen Freunden joggen oder den Sonnenuntergang mit seiner Freundin in der Feldmark unterhalb der Hochebene zu genießen, das sind bleibende Eindrücke, auf die Niko Kazinakis nicht verzichten möchte.

Immer da, wenn

er gebraucht wird

Auch im Emmerthaler Kernbereich ist auf Kazinakis immer Verlass, denn der junge Mann, der nach der Auflösung des Jugendparlamentes intensiv in vorderster Front am Aufbau des neuen Emmerthaler Jugendforums beteiligt ist, ist so etwas wie die linke Hand von Jugendpfleger Henning Bergmann. „In Grohnde sowieso, aber auch hier im Kernbereich ist auf Niko immer und jederzeit Verlass, wenn Not am Mann ist“, bringt es Bergmann auf den Punkt. Wenn der Jugendpfleger im Emmerschen Jugendtreff seinen Anrufbeantworter abhört und die Handynummer von Niko eingeblendet wird, weiß er schon im Voraus Bescheid. „Hallo Herr Bergmann, hier ist Niko – ich bin logo dabei“, ist zu hören, verbunden mit einem Wunsch: „Aber Sie müssen mich bitte abholen.“ Aber das macht der Sozialpädagoge gern, denn er weiß, dass auf seinen ehemaligen Jugendbürgermeister immer und überall Verlass ist.

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