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"Himmel und Meer, Sonne und See": Henner Trappe stellt aus

Wellness-Fotos für die Seele

Obernkirchen (rnk). Fotografen werden von den malenden Kollegen nicht für voll genommen. Ihr Argument: Für ein Ölbild wird viel Zeit benötigt, während der Knipser ja "nur" einmal auf den Auflöser zu drücken braucht. Doch jenseits der geglückten und glücklichen Schnappschüsse erfordert das gute Bild eine umfangreiche Logistik. Wer morgens aus dem Fenster schaut und Nebel in der aufgehenden Sonne sieht, der sollte wissen, wo er sein Foto machen will. Wer jetzt noch einen Foto-Standpunkt suchen muss, kann gleich im Bett bleiben.

veröffentlicht am 11.02.2008 um 00:00 Uhr

Aus Irland, der Bretagne sowie von der deutschen Nord- und Ostse

Wer das nicht glaubt, muss gar nicht Henner Trappe fragen, es reicht schon, sich seine Bilder anzuschauen, die im Rahmen der 45. Ausstellung in der Sparkasse am Marktplatz zu sehen sind. "Himmel und Meer, Sonne und See" hat Trappe seinen 28 Bildern als Motto verordnet, und es sind Fotos, denen man die dahinter liegende Arbeit durchaus ansieht. Es sind (überwiegend) keine Schnappschüsse, sondern bewusst gewählte Ausschnitte - von Standpunkten aus, die sich Trappe auf langen Wanderungen mühsam erarbeitet haben wird. Zur Kamera kam er zwar schon 1955, doch bis zu dem Entschluss, aus der Fotografie - als Autodidakt - quasi einen Beruf zu machen, vergingen dochüber 30 Jahre. Erst vor zehn Jahren hat sich der 1937 in Stettin geborene Trappe eine Nikon gekauft, die er bis 2002 zu einer quasi professionellen Ausrüstung aufgerüstet hat. Nordseestürme, stille Sonnenauf- und Untergänge, nebelverhangene Ufer: Sein Griff zur Kamera wird weniger vom Intellekt als vielmehr von Gefühl und Instinkt gesteuert, sagt Trappe. Seine Leitlinie sei dabei immer "mehr und mehr" das Bemühen geworden, das Gesehene mittels Kamera anderen Betrachtern zugänglich zu machen, um sie für weiträumige Landschaften ebenso wie für atmosphärisch dichte Stimmungen zu sensibilisieren. Auch wenn die Ausstellung etwasüberfrachtet wirkt - die dicht an dicht hängenden Bilder nehmen sich gegenseitig von ihrer Wirkung, außerdem wirken die Aufnahmen aus der Nahdistanz leicht fehlplatziert neben den Bildern, die so viel Raum atmen -, so ist die Trappe-Ausstellung doch eine der besten der jüngeren Zeit in Obernkirchen. Sparkassen-Filialleiter Joachim Gotthardt fand durchaus die passenden Worte, er drückte es vorgestern so aus: "Diese Fotos sind Wellness für die Seele."

Henner Trappe
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