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Gesamtschulantrag der Gruppe SPD/Grüne findet keine Mehrheit / Kreistag stellt Forderung an das Land

Welche Schule darf’s denn sein im ländlichen Raum?

Bodenwerder (bs). „Bis vor ein paar Stunden waren wir uns noch einig“, ärgert sich Sabine Tippelt (SPD). SPD und Grüne haben im Holzmindener Kreistag eine Resolution eingebracht, mit der Gesamtschulen im ländlichen Raum ermöglicht werden sollen (wir berichteten).

veröffentlicht am 29.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:41 Uhr

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Die vom Land erzwungene Fünfzügigkeit für Integrierte und Vierzügigkeit für Kooperative Gesamtschulen soll fallen. Doch dann kippt die Resolution, weil Eberhard Asche für die CDU/FDP/UWG/ FSS-Gruppe einen eigenen Antrag formuliert. Der Tenor hier: Mit Schulmodellen soll es das Land richten.

„Die Fünfzügigkeit behindert uns intensiv“, erklärt Peter Ruhwedel (Grüne), „die Existenz einiger Schulstandorte ist mittelfristig nicht gesichert. Die Gesamtschule im ländlichen Raum ist deshalb die beste Lösung.“ Zu diesem Zeitpunkt glaubt der Grüne noch, einen parteiübergreifenden Konsens für eine Gesamtschule in Bodenwerder gefunden zu haben, stimmt deshalb inhaltlichen Korrekturen in der Resolution zu.

Doch dann meldet sich Eberhard Asche, Sprecher der bürgerlich-liberalen Riege, mit einem Änderungsantrag: „Die niedersächsische Landesregierung wird aufgefordert, Schulmodelle zu ermöglichen, die angesichts des demografischen Wandels das bestehende Hauptschul- und Realschulangebot erhalten und eine Vielzahl von qualitativ hochwertigen Abschlüssen und individuellen Förderungen wohnortnah ermöglichen. Bei einem entsprechenden Elternwillen sind Gesamtschulangebote einzubeziehen.“

Für Christian Meyer (Grüne) ist das „ein Bruch des Konsenses“, und Sabine Tippelt betont, „mit Modellen ist uns nicht geholfen“. „Was wir brauchen, ist nur eine kleine gesetzliche Änderung, um Gesamtschulen zuzulassen. Die funktionieren auch mit weniger Zügen“, verweist Uwe König (SPD) auf Gesamtschulen in Schaumburg, Hildesheim und der Region Hannover. Hermann Grupe (FDP) sieht das anders. Für ihn ist das Schulmodell „der umfassendere Antrag. Denn wir reden miteinander gerade darüber, wie wir die Schulen in Bodenwerder, Stadtoldendorf und Eschershausen erhalten können. Wir streben ein Modellprojekt mit dem Land an, um die Schulen zu erhalten. Mit dem Antrag von SPD und Grünen springen wir deshalb zu kurz. Kein Modell trifft auf uns zu“, so Grupe.

In der Abstimmung aber legen sich beide große Gruppen im Holzmindener Kreistag fest: SPD und Grüne stimmen mit Landrat Walter Waske für ihre Resolution, die aber keine Mehrheit erhält. Die Mehrheit aus CDU, FDP, UWG und FSS schließlich schickt den Antrag gen Hannover, im Kreis Holzminden Schulstandorte per Modellprojekt zu retten.

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