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Nach Ratsentscheidung pro Heimerweiterung: Anlieger unzufrieden

Weiter Streit um "Nora"-Anbau

Lauenau (bab). Wie am Sonnabend berichtet, hat der Rat des Fleckens Lauenau die Grundlage für eine Erweiterung des Seniorenpflegeheims "Nora" gelegt und einer Änderung des Bebauungsplans zugestimmt. Die Pläne des Heimbetreibers Raid El Salmi, das Gebäude auf rund das Doppelte zu vergrößern, hatten vorab die Anlieger auf den Plan gerufen. Die Ratssitzung eigens für Stellungnahmen der Anlieger zu unterbrechen, wie es Ratsherr Karl-Heinz-Bruns (CDU) unter Beipflichtung der Anlieger gefordert hatte, war jedoch mehrheitlich abgelehnt worden.

veröffentlicht am 11.02.2008 um 00:00 Uhr

Das Gebäude an der Danziger Straße könnte nun auf 96 Meter Länge

"Wir haben mehrfach versucht, den Rat anzusprechen, und es nicht geschafft", kritisierte Werner Vennekamp, Sprecher der "Interessengemeinschaft der Anlieger Seniorenpflegeheim Lauenau". Bei der Informationsveranstaltung für die Anwohner sei niemand vom Rat anwesend gewesen. "Und Herr Döpke hat uns nichts gesagt", klagte Vennekamp, der sich auch nach der Sitzung bei der Bürgerfragestunde noch einmal zu Wort meldete. Er wollte wissen, wieso die Interessen des Seniorenpflegeheim-Betreibers mehr gelten würden als die der Privatleute. Gemeindedirektor Uwe Heilmann widersprach dieser Darstellung und nannte Beispiele von B-Plan-Änderungen für private Antragsteller, die formal wesentlich gravierender gewesen seien als die für "Nora". Vennekamp überzeugte das nicht. Die Mehrheit der Pflegeheimbewohner seien Schwerstfälle. "Das wird ein Krankenhaus", prophezeite er und wiederholte die Befürchtungen der Interessengemeinschaft. Sie erwartet durch eine Erweiterung Verkehrs chaos und eine Wertminderung der umliegenden Häuser. Wie Vennekamp, der schließlich unter der Androhung juristischer Schritte demonstrativ das Bürgerhaus verließ, drückten auch andere Anlieger ihren Ärger aus. Sie ließen wissen, dass sie sich von den Vertretern des Fleckens schlecht behandelt fühlen. Nach den Ausführungen von Reinold sind die rechtlichen Möglichkeiten für die Interessengemeinschaft der Anlieger jedoch schlecht. Viele Kritikpunkte der Anlieger seien "Dinge, die sich nicht auf der Ebene eines Bebauungsplans regeln lassen". So müsse einiges davon beispielsweise durch den Landkreis als Baugenehmigungsbehörde geprüft werden. Die Änderung des B-Plans sieht Reinold als begründet an. "Das ist ein Objekt, das gar nicht anders kann, als die Grundsätze der Niedersächsischen Bauordnung zu erfüllen", so das Fazit, das Reinold mit entsprechenden Gerichtsurteilen unterlegte. Die Befürchtungen, die Länge des Gebäudes könnte wie ein "Riegel" in der Wohnbebauung erscheinen, sieht der Stadtplaner im Vergleich zu zwei getrennten Gebäuden gleicher Bauart nicht. Wenn "Nora" nach ursprünglichem B-Plan erweitern würde, hätte das optisch einen vergleichbaren Effekt.



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