weather-image
26°
Stadthäger Einzelhändler beim WSV gespalten / Beteiligung liegt trotzdem bei rund 80 Prozent

"Weiter stark in den Köpfen verankert"

Stadthagen (cst). Rabatte, Preisnachlässe und Prozente gibt es im Einzelhandel mittlerweile viele. Seit einer Gesetzesreform im Jahr 2004 sind Saisonverkäufe, wie der Winterschlussverkauf (WSV) einer ist, das ganze Jahr über möglich. Hat der klassische WSV, der gleichwohl gerade begonnen hat und bis zum 3. Februar geht, noch eine Chance? Die Stadthäger Einzelhändler sind geteilter Meinung.

veröffentlicht am 24.01.2007 um 00:00 Uhr

Bei vielen Stadthäger Einzelhändlern, wie hier im Kaufhaus Hagem

Der WSV sei in den Köpfen der Kunden hierzulande weiter stark verankert, erklärt Ludger Schmänk, Geschäftsführer vom Kaufhaus Hagemeyer, warum es den WSV noch immer gibt. Es komme die Frühlingsware und die Wintersachen müssten raus. Einen regelrechten Ansturm auf die reduzierten Waren gleich am ersten WSV-Tag gebe es aber nicht mehr. Grund: Die ersten Preise würden bei Hagemeyer bereits nach Weihnachten reduziert. So haben die Kunden mehr Zeit zur Schnäppchenjagd. Trotzdem, bei vielen Stadthäger Einzelhändlern werde Ende Januar bis Anfang Februar - zur früheren traditionellen WSV-Zeit - noch immer zusätzlich oben drauf ordentlich Rabatt gegeben. Schmänk meint, es würden 80 Prozent des örtlichen Handels in diesem Jahr beim WSV mitmachen. Der Hauptverband es Deutschen Einzelhandels (HDE) geht bundesweit von einer niedrigeren Beteiligung aus. Wie Hubertus Pellengahr, der Sprecher des Verbandes, in einer Pressemitteilung schreibt, schätzt er die beteiligung auf etwas mehr als 50 Prozent. Für Jochen Kreft vom Schuh- und Sporthaus Kreft ist der WSV der Höhepunkt der Reduzierungen um die Lager zu räumen. Zu anderen Zeiten als Ende Januar bis Anfang Februar ergebe es für Kreft keinen Sinn, die Winterwaren auszuverkaufen, da er vorher die Lagerhüter noch nicht kenne. Bei ABC-Schuhe am Stadthäger Markt gibt es das ganze Jahr über Rabatte, sagt Marion Horn, stellvertretende Filialleiterin. Besondere Aktionen zum Winterschlussverkauf gebe es nicht. In der "buddelei" an der Obernstraße gibt es den Winterschlussverkauf "eigentlich nicht mehr", sagt Modeberaterin Katrin Bradtmüller. Wenn die Frühjahrsmode im Dezember komme, werde die Winterkleidung bereits reduziert. Rabattaktionen gebe es in der "buddelei" unabhängig vom WSV das ganze Jahr über. Wenige Meter weiter, bei C&A, wird der Hinweis auf den Schlussverkauf jedem Käufer mitgegeben: ein Aufdruck mit dem WSV-Startdatum, bei C&A der 12. Januar, ist auf jedem Kassenzettel der Filiale zu sehen. Neben dem Winter- und Sommerschlussverkauf gibt es noch weitere Zeiträume, in denen Preisnachlässe gewährt werden, sagt Christiane Hupe von C&A. Manche Kunden kämen nur, wenn ein "Reduziert"-Schild vor dem Laden stehe, verrät die Verkäuferin.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare