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Kurpark Bad Pyrmont

Weit vom ehemaligen Glanz entfernt

Zu: „Neue Lichtspiele im Kurpark“, vom 12. November und „Blome wünscht mehr Respekt“, vom 14. Oktober
Was man in der letzten Jahren alles über unser Bad Pyrmont erfahren muss, gibt mir sehr zu denken, ob sich das alles mit dem seit Jahrhunderten haltendem „Adelsprädikat“ Fürsten- und Weltbad und mit dem amtlichen Titel „Staatsbad“ noch vereinbaren lässt. Dieser Ort wurde lange Zeit von Menschen aufgesucht, die ob ihrer Leiden gerade hier Linderung erhofften und wohl auch erhielten.

veröffentlicht am 29.11.2020 um 21:13 Uhr

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Die nicht gewählten Fürsten von Pyrmont-Waldeck erkannten das und ließen den Ort in einer wunderbaren Prächtigkeit erstehen und sorgten so auch für gute Beschäftigung der Bewohner. Einiges davon hat sich sogar bis heute teilweise noch erhalten, wie zum Beispiel die Betriebsamkeit in und um der Hauptallee mit schicken Gebäuden und Geschäften. Leider ist Bad Pyrmont heute im Großen und Ganzen von dem ehemaligen Glanz allerdings weit entfernt. Allein ein Gang durch die Brunnenstraße reicht aus um das feststellen zu können.

Spricht man dann noch mit ein paar Leuten, scheint es um das Sein der Stadt geschehen zu sein. Zu den vielen Leerständen und den noch sichtbar dazu kommenden, gesellen sich auch das die Stadt verändernde Bauvorhaben am Gondelteich und der bereits vollzogene bürgerferne zu entrichtende Eintrittsbeitrag in den blütenlosen und durch Diodenkaltlicht illuminierten, Emphatiebefreiten Kurpark mit Palmengarten ohne Palmen.

Das Gute für die das Entschiedenhabenden ist, dass sie wohl nicht in Bad Pyrmont wohnen, auch nicht von den Bürgern wählbar waren oder je was mit denen zu tun hatten. Für die Entscheidungsstelle des Neubaus der Feuerwache am Gondelteich trifft das allerdings nicht zu. Alle die Bürgerschaftsabgeordneten wurden mit und durch die Stimmen der Wahlbevölkerung gewählt um im bürgerzugänglichen engen Entscheidungskreis deren Interessen zu vertreten. Doch was wurde gemacht?

In bestimmten Stadtsratsitzungen wurde die Öffentlichkeit bewusst ausgeschlossen und ohne diese gefragt zu haben ein Mega-Bauprojekt beschlossen, das von einem fremden und unbekanntem Generalunternehmen ausgeführt werden soll, weil man es sich selbst nicht zutraut und das vorerst kalkuliert, knappe 12,5 Millionen Euro kosten soll. Aus denen können sicher auch ganz schnell mal locker 15 Millionen Euro und mehr werden. Beispiele dafür gibt es genug, siehe Gymnasium. Niemand in der Stadt wird daran zweifeln, dass etwas dringend für die Feuerwehr gemacht werden muss. Gegen den geplanten Standort sind aber trotzdem wohl mehr als die Hälfte der Bewohner. Ich vermute mal, dass mit den vielen Millionen Euro, alle bestehenden Pyrmonter Ortsfeuerwehrhäuser bestens aufgerüstet werden könnten und damit auch die Freiwilligkeit und Ortszugehörigkeit der aktiven Feuerwehrmitglieder erhalten und fördern kann. Auch ist eine mögliche Beteiligung örtlicher Betriebe am Bau dann durchaus als Positiv in Erwägung zu ziehen.

Der bürgergewählte Bad Pyrmonter Stadtrat hat die einmalige Chance, in diesem ortsbild- und -leben prägenden Fall, die wahre Bedeutung des Wortes „Demokratie“ wieder aufleben zu lassen. Demokratie griechisch (Demos = Volk, Kratie = Herrschaft) = Volksherrschaft. Und nicht wie es von politischer Seite sehr gerne interpretiert und propagandiert wird: Herrschaft – durchs – Volk. Ihr wurdet vom Volk für die Durchsetzung seiner Interessen gewählt. Respektiert es und fragt es endlich auch mal danach und handelt dann. Zusammen kriegen wir unsere schöne Stadt wieder auf Vordermann und nicht durch Erteilung einseitiger, bürgerferner Verordnungen.

P.S.: Ich wurde noch nie von und zur Politik gefragt und kenne auch keinen. Langsam wird es Zeit dafür.



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