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Lokale Agenda plant Bürgersolaranlage auf dem Kindergarten im Rodenberger Moritzweg

Weißer Fleck soll bald sonnengelb werden

Rodenberg (bab). Wenn es nach den Plänen der "Lokalen Agenda 21" geht, kriegt der Kindergarten Mozartweg demnächst was aufs Dach. Und zwar eine Solaranlage, an der sich die Bürger beteiligen können und von der sie profitieren.

veröffentlicht am 23.02.2008 um 00:00 Uhr

Hoffen auf sonnige Zeiten: Olaf Kelbert, Anja Niedenzu, Horst Ro

"In anderen Kommunen um uns herum gibt es bereits Bürgersolaranlagen", sagt Jost Sommerlath von der "Lokalen Agenda". "Rodenberg ist noch ein weißer Fleck und den wollen wir mit Farbe füllen, mit sonnengelber Farbe." Die "Agenda" habe die Zusage von der Samtgemeinde, dafür das Dach des Kindergartens am Mozartweg in Rodenberg nutzen zu dürfen. Horst Roch, der an dem Projekt mitarbeitet, nimmt an, das von den 300 Quadratmetern Dachfläche auf der Südseite 200 mit der Photovoltaikanlage belegt werden könnten. Genaue Zahlen will die Agenda bis zum 6. März ausarbeiten. Dann sollen alle interessierten Bürger bei einer Informationsveranstaltung über die Einzelheiten unterrichtet werden. Als Investitions-Einlage haben die Mitglieder der "Agenda" bereits Werte vorgegeben. Der niedrigste Anteil zur Beteiligung an der Anlage soll 2500 Euro betragen,höchstens sollen 20 000 Euro von einem Bürger investiert werden können. Für die Abwicklung werde eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet. Die Miteigentümer erhalten aus den Erträgen anteilig das Geld, was für die Stromeinspeisung ins Netz vom Energiekonzern gezahlt wird. Wie "Agenda"-Mitglied Thomas Rector berichtet, zahle die E.on 46,75 Cent pro Kilowattstunde. Das Erneuerbare- Energien-Gesetz (EEG) garantiere eine Laufzeit zu diesen Bedingungen von 20 Jahren. "Es ist eine allgemeine Richtzahl bei Solaranlagen, dass das investierte Kapital in zwölf bis 14 Jahren wieder zurückfließt", nennt Roch den Zeitraum, bis zu dem sich die Geldeinlage der Beteiligten amortisiert haben wird. Die genauen Zahlen für die konkrete Rodenberger Anlage sollen bis zum 6. März vorliegen. Eine Gründungsveranstaltung für die GbR folgt, wenn sich entsprechend viele Bürger gefunden haben. Sollten die Beteiligten weniger Kapital als für eine 200 Quadratmeter große Anlage aufbringen, werde eine kleinere Anlage installiert. Das Projekt richte sich an Bürger, die selbst kein geeignetes Dach oder zu wenig Kapital für eine eigene Anlage haben, erklärt Sommerlath. Die "Lokale Agenda" will damit die erneuerbaren Energien stützen und zur Reduktion des Kohlendioxidausstoßes beitragen. Die Idee wurde bei der Veranstaltung zur "Woche der Sonne" geboren, die im vergangenen Jahr ausgerichtet wurde. Kontakte zu Bürgersolargemeinschaften in Rinteln haben die Rodenberger bestärkt, für die Deisterstadt ein solches Projekt auszuarbeiten. Die Samtgemeinde habe mitgezogen und stelle das Kindergartendach kostenlos zur Verfügung. Es können sich auch alle Bürger in der Samtgemeinde an der Photovoltaikanlage beteiligen. Die Informationsveranstaltung dazu beginnt am Donnerstag, 6. März, um 19.30 Uhr im Rodenberger "Ratskeller". Fachleute werden dort über Technik, Organisation und die mögliche Rendite berichten.



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