weather-image
10°
Dorferneuerungsprogramm: Hochwasser, Wege - und Straßenbau sind Schwerpunktthemen

Weißer Fleck auf der Fördergeld-Karte

Riepen (oke). Riepen kann sich glücklich schätzen. Nach einer ungewöhnlich kurzen Bewilligungsfrist ist der Bad Nenndorfer Ortsteil in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen aufgenommen worden. Bei einem Informationsabend wurde zusammen mit Vertretern der zuständigen Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften (GLL) das weitere Vorgehen erläutert und die Schwerpunktthemen der Ortssanierung definiert.

veröffentlicht am 28.12.2007 um 00:00 Uhr

Stadtdirektor Bernd Reese (l.) und seine Mitarbeiterin Yvonne Mö

Rund 50 Bürger hatten sich im Gasthaus Gehrke eingefunden und folgten den Ausführungen von GLL-Mitarbeiter Jens Schwerin und der Städte- und Ortsplanerin Simone Strohmeier. Schwerin, der die Anträge der teilnehmenden Orte bewilligt, veranschaulichte eingangs die Verfahrensweisen bei der Umsetzung des Dorferneuerunsprozesses, zeigte anhand von Beispielen, wie die finanziellen Rahmenbedingungen sowohl für die Kommune, als auch für private Antragsteller beschaffen sind und schloss seinen Vortrag mit einigen Bildern aus Gemeinden, die bereits das GLL-Programm durchlaufen haben. Dass Riepen seinen Antrag in einer relativ kurzen Zeitspanne bewilligt bekommen hat, ist für Schwerin nicht weiter erstaunlich. "Das Engagement der Bürger war schon beeindruckend. Außerdem war Riepen bisher ein weißer Fleck was die Förderungen anbelangt", so der GLL-Mitarbeiter. Auch Stadtdirektor Bernd Reese versicherte die volle Unterstützung der Samtgemeinde. "Wir sehen, dass hier Handlungsbedarf besteht", so Reese. Die Ziele des Dorferneuerungsprogramms sind vielfältig. Außer der Erhaltung von historischen und regional einzigartigen Gebäuden werden auch Vorhaben wie Straßenerneuerung und Wegebau, Flurbereinigung und Hochwasserschutz, aber auch der ländliche Tourismus und die Diversifizierung in strukturschwachen Räumen, beispielsweise die Nutzung von ehemals landwirtschaftlichen Gebäuden für Dienstleistungszwecke gefördert. Die Höhe der Förderleistungen, die aus EU-, Bundes- und Landesmitteln finanziert werden, hängt ab von der Art des Projekts, dem Auftraggeber und der Eigenleistung, die von den Bürgern erbracht wird. So kann die Gemeinde bei den Ausgaben für die geplanten Bauprojekte im Ortskern auf bis zu 40 Prozent Kostenerstattung hoffen. Private Antragsteller können ein Maximum von 25 Prozent der Baukosten durch Fördermittel decken, wenn die Summe der Zuwendungen nicht 25 000 Euroüberschreitet. Ähnliche Regelungen gelten auch für andere Bereiche. Im Anschluss an Schwerins Einführung war es an Strohmeier, die Themen ausfindig zu machen, die den Riepenern besonders auf den Nägeln brennen. Einzelne Kernpunkte konnten von den Anwesenden benannt werden und wurden notiert und in Zusammenarbeit mit den Bürgern nach Prioritäten gestaffelt. Das Bild, dass durch dieses Siebverfahren entstand, sollte zu einem ersten Eindruck verhelfen, womit die GLL zu rechnen habe, so Strohmeier. Besonders der Hochwasserschutz und die Verkehrsführung im Ortskern sind demnach Themen, die die Riepener anpacken wollen. Hinzu kommt die Schaffung eines zentralen Dorfplatzes sowie die Sanierung einiger Straßen und die Ausbesserung des Rohr- und Kanalsystems gefolgt von etwa einem Dutzend weiteren Vorhaben mit kleinerem Investitionsvolumen und den privaten Anträgen. Für Januar ist die nächste Sitzung der Bürger mit den GLL-Mitarbeitern geplant. Allerdings steht ein genauer Termin noch nicht fest.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare