weather-image
17°
Rat sagt Ja zu B-Plan und F-Plan-Änderung / Anwohner weiter gegen Ansiedlung von E-Center und Aldi

Weinberg: Bürger stellen bohrende Fragen

Bückeburg (rc). Die Anwohner am Weinberg lassen nicht locker: Wenn sie die Ansiedlung von E-Center und Aldi auf dem Weinberg nicht verhindern können, so wollen sie doch auf Knackpunkte hinweisen, die ihnen zufolge beim Aufstellen des Bebauungsplans ungenügend berücksichtigt worden sind.

veröffentlicht am 26.05.2007 um 00:00 Uhr

Die Bürgerfragestunde im Anschluss an die Ratssitzung am Donnerstagabend nutzten mehrere Anwohner, um den Rat mit einem Fragenkatalog regelrecht zu bombardieren. Bürgermeister Reiner Brombach und Baufachbereichsleiter Karlheinz Soppe mussten Rede und Antworten stehen, verwiesen mehrfach darauf, dass bestimmte Punkte erst im Baugenehmigungsverfahren festgezurrt werden können, nicht aber in der Bauleitplanung. Zuvor hatte der Rat einstimmig und ohne weitere Diskussion den Feststellungsbeschluss für den B-Plan "Weinberg" und die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans abgesegnet. Seit 2002 werde bereits geplant, hatte Soppe zuvor erläutert und noch einmal das langwierige Planfeststellungsverfahren Revue passieren lassen. Bei jedem Auslegen der Pläne seien massive Bedenken der Anwohner vorgetragen worden. Nach dem ersten Auslegen sei daher entschieden worden, die Bedenken in die Planungen einzuarbeiten und den Bebauungsplan erneut zuröffentlichen Auslegung zu bringen. Auch hier hagelte es wieder massiv Stellungsnahmen der Anwohner, die jetzt allerdings im Abwägungsverfahren begründet und entkräftet wurden. Was die Anwohner nicht hinnehmen wollen. "Kommen dem Rat angesichts der vierten Auslegung der Pläne nicht selbst Zweifel?", fragte der Anwohner Heinz Berlin. Und: Viele Punkte würden erst im Baugenehmigungsverfahren behandelt. "Dann haben wir keine Rechte mehr. Müssen wir erst klagen?" Soppe wies darauf hin, dass die Anwohner als direkte Nachbarn am Verfahren beteiligt und Einsicht in die Unterlagen nehmen könnten. "Wir schicken sie ihnen zu." Müsse die Verwaltung nicht eine Verödung der Innenstadt befürchten, wenn Verbrauchermärkte nur noch auf der grünen Wiese zu finden seien, so weitere grundsätzliche Bedenken. "Wo sollen die Senioren der Kernstadt einkaufen, wenn dort auch noch der letzte Supermarkt schließt?", so die Frage vonMarie-Luise Huber, einer weiteren Anwohnerin. Der Rat habe sich lange mit dem Thema befasst und "eingehend" beraten, ehe der Grundsatzbeschluss für die Umsiedlung gefasst worden sei, entgegnete der Bürgermeister. Die beiden Märkte hätten an ihren jetzigen Standorten mit ungünstigen Zuschnitten und der Verkehrssituation zu tun. Von Aldi liege inzwischen das "klare Signal" vor, dass der Standort Braustraße unabhängig vom Neubau am Weinberg geschlossen werde, da die Umsätze zu schlecht seien. Fragen zur Entwässerung, weiterem Lärmschutz, störender Beleuchtung, Öffnungszeiten rund um die Uhr und noch viele mehr, blieben am Donnerstagabend unbeantwortet. Sie alle sollen im Baugenehmigungsverfahren endgültig geklärt werden.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare