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MdL Gesine Meißner will Kooperation Burghofklinik/Krankenhaus unterstützen

Weil Wunstorf zu weit ist: Chancen für gemeindepsychiatrische Abteilung

Rinteln (la). Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier sowie die Krankenhausbetriebsleitung haben die Vorsitzende des Sozialausschusses im Landtag, Gesine Meißner (FDP) im Beisein der Kreistagsabgeordneten Brigitte Bödeker (FDP) über das Leistungsspektrum und die Leistungsentwicklung des Kreiskrankenhauses Rinteln informiert.

veröffentlicht am 28.07.2006 um 00:00 Uhr

Angesprochen wurde auch die geplante Kooperation mit der Burghofklinik. "Unser gemeinsamer Antrag zur psychosomatischen und psychiatrischen Zusammenarbeit lag der Landesregierung bereits vor den Privatisierungsplänen der Landeskrankenhäuser vor. Zur Umsetzung bitten wir um Ihre Unterstützung", appellierte Schöttelndreier an die Landtagsabgeordnete. Geplant sei damit auch eine "gemeindepsychiatrische Versorgung", erläuterte die leitende Ärztin der Burghofklinik, Dr. Dagmar Rudolph-Weibezahl. Der Weg nach Wunstorf wäre mit 50 Kilometern für die Patienten eindeutig zu weit. Außerdem sei der Schritt in ein Krankenhaus für viele leichter zu gehen, als nach Wunstorf: "Eine solche Station würde für alle Vorteile bringen." Die Patienten könnten ortsnah ambulant, teilstationär und vollstationär behandelt werden. Damit sparten auch die Krankenkassen, es sei eine Investition in die Zukunft in beider Häuser. "Wir haben alle Bedingungen erfüllt und alle Vorbereitungen getroffen. Bei einer Zusage wäre sogar ein Anbau an das Krankenhaus denkbar. Jetzt müssen endlich Entscheidungen getroffen werden", appellierte Schöttelndreier. "Das ist zurzeit sehr schwierig, da die Bieterverfahren zur Privatisierung der Landeskrankenhäuser laufen. Die Regierung scheint kein gesamtpsychiatrisches Konzept zu haben. Im Moment befindet sich alles in einer Art Schwebezustand", erklärte Gesine Meißner. Sie ehe aber eine gute Chance für das Projekt unter dem Aspekt der gemeindenahen Behandlung, wenn die Qualität stimmt und das Projekt finanzierbar sei: "Ich finde Ihr Konzept sehr gut und will es in die Entscheidungsfindung einbringen", versprach die Landtagsabgeordnete. Schöttelndreier hob hervor, dass sich das Krankenhaus zu einem medizinischen Gesundheitszentrum entwickele. "Das ist der richtige Weg, für den zahlreiche Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten und verschiedenen Kliniken stehen". Schon jetzt befänden sich fünf Facharztpraxen auf dem Krankenhausgelände. Das sei die Grundlage für eine Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung. Daran anknüpfend sei eine noch intensivere Zusammenführung von diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen geplant. Das Kreiskrankenhaus setze imÜbrigen auf den Ausbau ausgewählter Themenbereiche. Schöttelndreier nannte hier die zentrale Aufnahmestation, die frühzeitige Zertifizierung nach KTQ (Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen), die Tagesklinik zur Umsetzung ambulanter Behandlungsmöglichkeiten und ambulanter Operationen, die qualifizierte Versorgung von Schlafapnoe-Patienten durch Untersuchungen im Schlaflabor, "Männergesundheit", Emma-Zentrum, betriebseigene Kindertagesstätte am Krankenhaus Rinteln, Förderung der Ausbildung durch die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege sowie die Nutzung aktueller abteilungsübergreifender Managementinstrumente. Besonders interessiert zeigte sich die Landtagsabgeordnete am Emma-Zentrum, der Tagesklinik und dem Schlaflabor. Beeindruckt war sie von der seit einem Jahr bestehenden zentralen Aufnahmestation. "Das Besondere im Vergleich zu anderen Aufnahmestationen ist hier, dass sie auch Patientenbetten führt. Alle Patienten, die zur Behandlung ins Krankenhaus kommen, werden über diese Station geleitet. Dort wird die gesamte Diagnostik, Behandlung und Versorgung einschließlich aller administrativen Vorgänge geplant und eingeleitet", erläuterte die Verwaltungschefin des Kreiskrankenhauses Rinteln, Tatjana Daum. Die Patienten würden nicht gleich in die entsprechende Fachabteilung verlegt, sondern so lange von einem interdisziplinären Team beobachtet und betreut, bis Diagnose und ein detaillierter Behandlungsplan stehen.

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