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TuS-Mitglieder gründen GbR und finanzieren neue Heizung im Sportheim

Weil Porta knapp bei Kasse ist - Sportler leihen der Stadt Geld

Kleinenbremen (ly). Dass die Stadt Porta Westfalica kein Geld hat, ist bekannt. Mitglieder des TuS Kleinenbremen gründen des halb eine GbR und nehmen die Finanzierung einer neuen Heizung fürs Sportheim selbst in die Hand. "Dieser Weg hat Modellcharakter", lobt Bürgermeister Stephan Böhme "Menschen in unserer Stadt, die sich kreativ, lösungsorientiert und engagiert für das Allgemeinwohl einsetzen". Durch die "ungeheuer wirkungsvolle Initiative" würden sportliche Aktivitäten vor Ort gesichert und Energiekosten gesenkt. "Hier wird nichts verschenkt, sondern Geld gut angelegt."

veröffentlicht am 25.09.2008 um 00:00 Uhr

Die Verträge müssen zwar noch unterzeichnet werden, der Startschuss zur Sanierung ist aber bereits gefallen. Dabei waren Böhme, TuS-Vorsitzender Günter Möller und dessen Vize Willi Hilmer, Initiator Robert Harting von der Altherren-Mannschaft sowie Friedrich Vogt, Chef des Bezirksausschusses. "Bürger leihen der Stadt Geld, damit diese Investitionen tätigen und Geld sparen kann", fasst Böhme zusammen. Investiert werden knapp 40 000 Euro. Und so funktioniert's: Die Finanzierungs-GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) kauft eine Heizung und vermietet die Anlage für zehn Jahre an die Stadt beziehungsweise den TuS. Eigenes Geld müssen die Gesellschafter nicht in die Hand nehmen, weil die Finanzierung über die Stadtsparkasse Porta Westfalica läuft. Die Rückzahlung erfolgt über zehn Jahre.Dabei rechnet Harting auf der einen Seite mit einer 50-prozentigen Einsparung bei den Energiekosten durch neue Brennwerttechnik, auf der anderen mit Mieteinnahmen aus der Einliegerwohnung im Gebäude, die bald von der Stadt wieder vermietet werden kann. Seit zwei Jahren stehen die Räume leer, weildie Heizung nicht dauerhaft in Betrieb ist. "DerÜberhang bei den Einnahmen bleibt der Stadt zur weiteren Verwendung", erklärt Harting. "TuS und Stadt werden vertraglich sicherstellen, dass die Betriebskosten an die GbR zurückfließen. Das Eigentum der Anlage geht nach Tilgung der gesamten Finanzierungskosten an die Stadt Porta Westfalica über." Diese verdiene sogar noch Geld und bekomme eine neue Heizung. "Die GbR verdient nichts daran", wie Friedrich Vogt hinzufügt. Das Sportheim ist städtisches Eigentum, der TuS Kleinenbremen Pächter. Die Erneuerung der 30 Jahre alten und überdies zu groß dimensionierten Ölheizung im Sportheim war längst überfällig. "Vergangenes Jahr hatten wir Heizkosten von rund 8000 Euro", rechnet Möller vor. Außerdem sei die Anlage ständig kaputt gewesen. Vogt freut besonders, dass gleichzeitig eine Solaranlage für Warmwasser installiert wird. Die Dämmung wollen TuS-Mitglieder in Eigenleistung vornehmen. Noch vor dem Winter soll der Einbau beendet sein - pünktlich zur Heizperiode.

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