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Verlagerung von Transporten auf die Schiene / Gleisanschluss reaktiviert / Abbauantrag läuft

Weil es Kosten spart - Barbara nimmt den Zug

Kleinenbremen/Nammen (ly). Im April fährt auf den Schienen der Barbara Erzbergbau GmbH erstmals wieder ein Güterzug. Damit wird in Nammen ein Gleisanschluss reaktiviert, der mehr als zehn Jahre vorübergehend stillgelegt war. Mittlerweile erscheint die Wiederbelebung lukrativ. Allein in die Gleise investiert das Unternehmen nach eigenen Angaben bis zu 200 000 Euro. "Hinzu kommen zwischen 50- und 100 000 Euro für Verladeanlagen", so Olaf Lüppes, einer der beiden Geschäftsführer.

veröffentlicht am 28.03.2008 um 00:00 Uhr

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Die Barbara selbst verfügt über eine Gleislänge von rund 1500 Metern und sechs Weichen. Auf der anschließenden MKB-Strecke Richtung Minden, wo sonst nur die Museumseisenbahn verkehrt, sollen künftig pro Jahr rund 25 000 Tonnen fertiges Material aus den Gruben "Bergmannsglück" (Kleinenbremen) und Nammen transportiert werden, zum Beispiel höherwertige Produkte wie Gleisschotter für private Eisenbahnbaustellen. Jene 25 000 Tonnen, laut Plan zunächst über fünf Jahre, entsprechen zwei oder drei Zügen pro Monat. Aufbereitet werden die Rohstoffe in Nammen, das Absatzgebiet ist Norddeutschland. "Der durch uns bedingte Lastwagenverkehr auf der Rintelner Straße zwischen Kleinenbremen und Nammen wird aus heutiger Sicht nicht zunehmen", versichert Lüppes. Für die Verlagerung eines Teils der Transporte von der Straße auf die Schiene gibt es vor allem zwei Gründe. Erstens will die Barbara an Aufträge zur Belieferung von Bahnbaustellen. Zweitens seien die Kosten für Fracht und Energie bei Lkw-Transporten deutlich gestiegen. "Und sie werden weiter steigen", prophezeit Geschäftsführer Jürgen Müller. Von der Schiene versprechen sich Lüppes und Müller mittelfristig einen Wettbewerbsvorteil sowie die Stabilisierung des Absatzes. "Aus Norddeutschland wissen wir, dass zum Beispiel viele Betonwerke ihre Gleisanschlüsse wieder aktivieren", so Müller. Im Bezirksausschuss Kleinenbremen hatten Politiker das Vorhaben zuletzt begrüßt, schließlich steht hinter der Verlagerung von Transporten auf die Schiene politischer Wille. "Der Gleisanschluss verbindet Wirtschaftlichkeit mit Umweltschutz in Form von Emissionsminderungen betreffend Lärm, Staub und CO2", schreibt das Unternehmen auf seiner Homepage im Internet. In Nammen liegen die Arbeiten in den letzten Zügen. Die alten Gleise unterhalb des Bunkers sowie auf der Ostseite (500 Meter inklusive Weiche) sind demontiert, neue Betonschwellen und Schienen verlegt worden. In westlicher Richtung, wo zurzeit die Fußgänger-Unterführung saniert wird, mussten lediglich die Schienen durchgesehen und einzelneSchwellen ausgewechselt werden. Ein weiteres Barbara-Vorhaben befindet sich derzeit in der Schwebe: Für den laufenden Antrag, den Tagebau Wülpker Egge (insgesamt 28 Hektar) auf einer Fläche von vier Hektar um bis zu 40 Meter vertiefen zu dürfen, fehlt noch die Zulassung. Damit würde der Steinbruch quasi tiefer gelegt. Die südliche Wand wäre deutlicher zu sehen. "Dieser Eingriff in Landschaft und Naturhaushalt soll durch gezielte Maßnahmen ausgeglichen werden", so Müller. Zurzeit läuft die Ämterbeteiligung. Anfang April erwartet das Unternehmen den Landschaftsbeirat, der sich ein Bild machen will, Mitte April befasst sich der Portaner Planungsausschuss mit dem Thema. Auf den vier Hektar lagern 2,2 Millionen Tonnen Rohstoffe für Straßenbau und Betonindustrie. Dauern soll der Abbau bis zu 15 Jahre. An der Bedeutung lassen die Geschäftsführer keinen Zweifel: "Für uns ist das kurzfristig überlebenswichtig."



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