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Synode verabschiedet Haushalt einstimmig / Günstige Tendenz setzt sich fort

Weil die Kirchensteuer sprudelt: Landeskirche gibt 2008 mehr aus

Bückeburg (ssr). Deutlich besser als bisher angenommen stellt sich die Finanzlage der Schaumburg-lippischen Landeskirche dar. Die Kirchensteuer-Einnahmen sind im laufenden Jahr im Vergleich zu 2006 um rund zehn Prozent angestiegen, berichtete Kirchenverwaltungsoberrat Wilhelm Meier vor der Landessynode. Für das kommende Jahr werde kein Rückgang erwartet.

veröffentlicht am 20.11.2007 um 00:00 Uhr

Die für das Haushaltsjahr 2007 ursprünglich geplante Entnahme aus der Rücklage in Höhe von 570 000 Euro könne somit entfallen, fuhr Meier fort. Der Etat des laufenden Jahres sei auch ohne eine Entnahme auszugleichen. Dasselbe werde aller Voraussicht nach auch in den Jahren 2008 und 2009 zu schaffen sein, kündigte Meier an. Die Rücklage der Landeskirche beläuft sich derzeit auf rund neun Millionen Euro. "Das ist ein Novum seit der Christianisierung dieses Landstrichs." In diese humorvollen Worte kleidete Synodalpräsident Joachim Liebig die Tatsache, dass die Landessynode einen Haushalt zum ersten Mal seit Jahrzehnten ohne Gegenstimme und ohne Enthaltungen verabschiedete. Alle 26 anwesenden Synodalen stimmten mit Ja. Somit ist der Etat für 2008 mit einem Volumen von 9,5 Millionen Euro in Kraft. Das sind 600 000 Euro mehr als im laufenden Jahr, was eine Steigerung um 6,7 Prozent bedeutet: dass erste Anwachsen des landeskirchlichen Haushalts seit etlichen Jahren. Der Anteil der Personalkosten beläuft sich dabei auf rund 6,5 Millionen Euro. Die momentan günstige Finanzentwicklung der mit 61 500 Mitgliedern zweitkleinsten deutschen Landeskirche führte Meier auf die gute Konjunktur, die gesunkene Arbeitslosigkeit, aber auch auf die Sparbeschlüsse der vergangenen Jahre zurück. Es sei vorhersehbar, kündigte Meier an, dass die Einnahmeentwicklung ab dem Jahr 2010 wieder ungünstiger verlaufen werde. Daher sei weiter "äußerste Haushaltsdisziplin" angesagt, forderte der Verwaltungsleiter im Landeskirchenamt vor den Synodalen. Ein Blick in die mittelfristige Finanzplanung bis zum Jahr 2012 zeigt eine relativ günstige Tendenz. In den kommenden vier Jahren wäre demnach in der Bilanz kein Griff in die Rücklage nötig, erst im Jahr 2012 ist dort eine relativ geringe Entnahme in Höhe von 380 000 Euro prognostiziert. Eine erstmals im Zahlenwerk des Haushalts vorgelegte langfristige Prognose stellt allerdings etwa ab dem Jahr 2016 eine deutlich kritischere Situation dar. Bei gleichbleibendem Ausgabegebaren würde das jährliche Defizit der Landeskirche dann auf mehr als eine Million Euro ansteigen. Auf diese langfristige Perspektive münzte Meier seine Aufforderung, den eingeschlagenen Sparkurs fortzusetzen.



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