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Statt der Kehrmaschine muss jetzt dafür öfter der Saugwagen ausrücken

Weil die Kehrmaschine nur alle 14 Tage fährt, setzt Laub die Gullys zu

Rinteln (wm). Rutschiges Laub auf den Straßen, zusammengewehte Haufen, verstopfte Gullys - Bürger bezweifeln in diesem Herbst, ob es eine gute Idee von Verwaltung wie Rat war, dass die Kehrmaschine nur noch alle 14 Tage durch die Straßen fährt, wie im Vorjahr beschlossen - statt jede Woche, wie das früher der Fall war. Dazu kommt: Verstopfte Gullys müssen mit dem Saugwagen des Bauhofes der Stadt vom Laub befreit werden - was den Kostenvorteil der 14-tägigen Straßenreinigung für die Stadt wieder ad absurdum führen könnte.

veröffentlicht am 28.10.2006 um 00:00 Uhr

Kehrweg zugeparkt - und das im eingeschränkten Halteverbot. Foto

Tiefbauamtsleiter Helmut Leppin schilderte das Problem: Seit etwa einem Jahr hat die Stadt Rinteln eine eigene Kehrmaschine und die sei ausgebucht, da passe kein Termin mehr dazwischen. Die kleine Kehrmaschine der Firma Tönsmeier ist in den Altstadtstraßen unterwegs, wo der große Wagen der Stadt nicht durchpasst. Leppin sieht ein anderes Problem: Parkende Fahrzeuge am Bürgersteig machten eine ordentliche Straßenreinigung oft unmöglich. Selbstverständlich könne man niemand das Parken dort verbieten, wo kein Halteverbot bestehe, doch wüssten die Anwohner eigentlich, wann der Kehrwagen bei ihnen vor dem Haus vorbei kommt. Er könne deshalb nur an die Vernunft der Anwohner appellieren, an diesem Tag ihr Fahrzeug woanders abzustellen. Mit genauen Zeitangaben wieder, wann die Maschine anrücke, könne man nicht dienen, so Leppin: Eigentlich müsste die Maschine in manchen Straßen erst ab 8 Uhr kehren, wenn die Anwohner mit dem Auto zur Arbeit gefahren sind, in anderen Straßen aber schon morgens um 4 Uhr anrücken, bevor die ersten Parker kommen - logistisch ist das nicht in den Griff zu kriegen. Und die berühmten Halteverbotsschilder, die an Reinigungstagen in den Straßen aufgestellt worden seien, habe man schon vor Jahren abgeschafft - das war eine reine Verdrängung in die Parallelstraße oder die Schilder wurden einfach ignoriert. In Sachen Straßenreinigung gibt es seit der neuen Satzung eine "Zweiklassengesellschaft" - nämlich auch Straßen, wie in der Kernstadt, wo die Maschine jede Woche kehrt. Was sich allerdings in den Gebühren widerspiegelt. In Gebieten mit zweiwöchigen Kehrrhythmus zahlen Grundstückseigentümer 1,55 Euro je laufenden Meter Straßenfront, in der Kernstadt 2,10 Euro. In den Ortsteilen gibt es ohnehin nur noch einen Winterdienst und der Kehrwagen kommt einmal im Frühjahr, um den Split von den Straßen zu fegen. Für Sauberkeit müssten dort laut städtischer Satzung die Anwohner selbst sorgen. Auch Leppin weiß - in vielen Fällen reine Theorie. Nach der Erfahrung seiner Mitarbeiter würden gerade mal zehn Prozent der Straßen von Anwohner regelmäßig gereinigt - in den übrigen erledigten das Wind und Regen.

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