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Kulturdenkmäler auf dem Heiligenberg

Weihnachtstour zwischen Weser und Ith

Auf, auf zur Weihnachtswanderung – der Sonntagsausflug in dieser Woche wird eben zur Feiertagstour! Und es müssen ja nicht immer die markanten Gebirgszüge des Weserberglandes sein, die Wanderer zu einem Ausflug verlocken. Auch zunächst unspektakulär erscheinende Regionen vermögen bei jenen Begeisterung hervorzurufen, die eine Wandertour mit einem Naturerlebnis verbinden wollen. Das gilt auch für die hügelige Welt nördlich des Weserabschnitts zwischen Bodenwerder und Grohnde, die im Norden begrenzt wird von Hellberg, Hasselburg und deren östlichen Ausläufern.

veröffentlicht am 24.12.2009 um 07:50 Uhr

Die in ihren Grundmauern sorgfältig restaurierte Kapelle gab dem

Autor:

Ingeborg Müller

Nur im Süden geht’s bis auf 270 Meter hinauf

Nur im Süden sind die dort bis auf knapp 270 Meter ansteigenden Berge bewaldet. Auf den kahlen Höhenzügen dagegen wächst heute ein Wald von Windkraftanlagen, die den Charakter der Landschaft verändern und je nach der persönlichen Einstellung des Betrachters positiv oder negativ empfunden werden. Dazwischen liegen eine ganze Reihe hübscher Dörfer wie Latferde, Börry und Frenke, Brockensen, Esperde und Heyen und schließlich Hajen und Daspe direkt an der Weser.

Wir starten zu unserer Rundwanderung, die uns über drei bewaldete Berge führen wird, in Heyen. Durch das Lehrinstitut für Akupunkt-Massage nach Willy Penzel, einem Heyener Bürger, hat der Ort überregionale Bedeutung erlangt. Stolz präsentiert er sich an den Einfallsstraßen als 1000-jährige Gemeinde und schmückt sich mit seinem Wappen. Darauf ist ein grüner Hügel mit einem hohen Kreuz zu sehen als Symbol für den Ringwall und die Kapelle auf dem nahe gelegenen Heiligenberg. Diese Kulturdenkmäler sind unser erstes Ziel.

Der Autofahrer erreicht den Ort Heyen über Emmerthal, Börry und Brockensen und folgt bei der Kreuzung dem Hinweis nach rechts zum Dorfgemeinschaftshaus. Dort gibt es vor dem Ortsausgangsschild auf der linken Straßenseite einen Parkplatz mit Wanderkarte. Auch der Bus der Linie 43/44 des Nahverkehrs Hameln-Pyrmont hält hier an der Kreuzung, die Haltestelle heißt „Siedlung“. Diese Siedlung lassen wir rechts liegen, wenn wir auf der nach Bodenwerder führenden Straße bergan gehen, die links von anmutig wirkenden Birken gesäumt wird.

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Klarer Fall: Hier sind Wanderer erwünscht.

Wenn wir im leichten Linksbogen ansteigen, lohnt es sich, zurückzuschauen. Links lädt eine Sitzgruppe zur Rast ein, rechts steht hinter alten Eiben ein Kriegerdenkmal. Nach einer Zufahrtsstraße zu einer Forsteinrichtung liegt rechts ein Feld, an dessen

Ende unser Aufstieg zum Heiligenberg beginnt. Der Weg ist zum Ringwall und zur Kapelle beschildert. Jenseits der Fahrstraße steigt die bewaldete Kuppe der Hohen Knapp an.

Unser Weg führt uns rasch hinauf; bei einer Gabelung halten wir uns rechts und erreichen in 190 Meter Höhe die Reste eines bis heute durch Gräben und Wälle geprägten mittelalterlichen Ringwalls. Nach der Informationstafel sollen von diesem Festungswerk aus wichtige Verkehrswege überwacht worden sein. Wenn wir weiter wandern, gelangen wir sehr bald zu den sorgfältig restaurierten Grundmauern einer ebenfalls aus dem Mittelalter stammenden Kapelle, die 1506 erstmalig in einer Urkunde des Klosters Kemnade auftaucht, vermutlich aber aus dem 12. Jahrhundert stammt.

Die Kamm-Wanderung ist faszinierend

Die weitere Wanderung auf dem schmalen Kamm des Heiligenberges ist geradezu faszinierend. Zwar ist der Weg auf den Wanderkarten nicht zu finden, er ist jedoch deutlich auf hübschen gelben Wegweisern als Teil des (Heyener) Rundweges 2 ausgewiesen. Links fällt der Rote Sandstein bei einem ehemaligen Steinbruch senkrecht zur Weser hin ab, Drahtseile sichern die Abbruchkante. Der Blick reicht bis zum Ith, und abwechslungsreich ist der Baumbestand mit knorrigen Eichen, Hainbuchen und Buchen links des Weges und Fichten am nördlichen Berghang rechts von uns.

Bei einem Kreuz von fünf Wegen folgen wir der 2 geradeaus und stoßen schließlich auf einen breiten Forstweg, auf den wir nach links einbiegen. Nach einer leichten S-Kurve erreichen wir den Waldrand und werden vor dem bewaldeten Hopfenberg nach rechts bergab geführt. Auf einer im letzten Teil asphaltierten Querstraße wandern wir nach links bis hinunter zur Fahrstraße von Heyen nach Daspe, der wir nach links bergab folgen.

Rechts von uns steigt der Eichberg an, der unser letztes Ziel sein soll. Dazu gehen wir auf der Kreisstraße bis zu dem Landschaftsschutz-Schild und wandern hinauf zum Waldrand. Eine mächtige, efeubewachsene Eiche scheint uns dort begrüßen zu wollen. Wir steigen auf dem linken Wanderweg zügig an und halten uns bei drei zusammenstoßenden Wegen rechts, um noch ein letztes Mal kurz anzusteigen. Oben treffen wir auf eine breite Forststraße, die uns nach rechts bequem am Berghang entlang und später bergab führt durch schönen Mischwald und mit Ausblicken hinüber zum Hopfen- und zum Heiligenberg, aber auch bis nach Bodenwerder jenseits der Weser.

Dann verlassen wir den Wald und werden zur Fahrstraße von Brockensen nach Heyen geführt, der wir nach rechts folgen. Dabei umwandern wir den unbewaldeten Weinberg westlich von Heyen und erreichen schließlich wieder unseren Ausgangspunkt.

Die Wand des Roten Sandsteins fällt zur Weser steil ab. Ansonsten ist der weihnachtliche Feiertagsausflug diesmal eher hügelig als bergig und eignet sich deshalb auch perfekt als Ausflug für die ganze Familie.



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