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Beim Mexikanischen Koriander handelt es sich um eine distelähnliche Art

Wehrhafte Würze

Es war einmal ein distelähnliches Gewächs, das ganz nach Vorbild der Mariendistel eine Heilpflanze sein und darüber hinaus als Würzkraut in den Küchen unserer Welt vielen Speisen einen Feinschliff geben wollte, was die Mariendistel nie geschafft hatte. Die Schöpfung tat dieser Pflanze den Gefallen: Entstanden ist der Mexikanische Koriander, unter anderem auch als Langer Koriander geführt. Sein botanischer Name Eryngium foetidum weist deutlich auf die Gattung derer hin, aus der er stammt – distelähnliche Pflanzen.

veröffentlicht am 05.08.2016 um 04:30 Uhr

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Autor:

Jens F. Meyer

Obgleich seine wehrhafte Erscheinung mit den dornigen, festen Blättern nicht gerade dafür spricht, ihn für Speisen zu verwenden, ist er dennoch ein ausgezeichneter Begleiter in der Küche. Sein Aroma ist das kräftigste, das unter Koriandern zu finden ist. Die Gattung Eryngium umfasst in erster Linie Distelähnliche wie die Stahlblaue Mannstreu (E. amethystinum), Alpendisteln (E. alpinum) oder auch die Stranddistel (E. maritimum), von deren metallisch-blauen Blüten an dichten, kugeligen Blättern viele Sommerurlauber noch im Winter schwärmen, die an den Westküsten Europas ihre Sommerfrische genießen. Auch Hybriden machen von sich reden, zum Beispiel die Pyrenäendistel ’Picos Blue‘ und ’Jos Eijking‘, deren stahlblaue bis silbergraue Blüten erhaben und außergewöhnlich wirken und deren ornamentale Erscheinung geradezu hingebungsvoll im Kontrast zu vielen Stauden und Gehölzen steht. Aber sie alle sollen hier nun nur dazu dienen, den Kreis ein wenig zu erklären, in dem sich eben auch der Mexikanische Koriander aufhält. Eryngium foetidum.

Es gibt keinen Koriander mit dickeren, ledrigen Blättern und keinen mit stärkerem Aroma. Er wird deshalb in der Regel nicht zerschnitten, sondern wie Lorbeer verwendet – also als Würzgeber, der mitgekocht, aber nicht mitgegessen wird. Wer’s dennoch deutlich spürbarer mag, kann natürlich auch die Blätter dieses Korianders mit der Kräuterschere in schmale Streifen schneiden und damit Salate, Suppen und verschiedene Fleischgerichte eine asiatische Note verleihen.

Eryngium foetidum wächst im Geschmack und Duft über sich hinaus, nicht aber in seiner Gestalt. Die Pflanze bleibt klein, gehört besser in einen Topf oder ein Beet mit Partnern, die sie nicht überwuchern. Dass sie nicht winterhart ist, kann als Mangel angesehen werden, andererseits gibt es ohnehin keine Korianderarten oder korianderähnlichen Gewächse, die Frost überstehen. Das tut auch der normale Koriander nicht. Die „Petersilie Thailands“ (Coriandrum sativum) wird im Frühling ausgesät und in der Folge kontinuierlich nachgesät, denn sie wächst schnell, und wer sie mag, verwertet sie auch ebenso zügig. Dabei ist vor allem darauf zu achten, sie nicht zum Blühen bringen zu lassen, denn schon wenn die Blütenschäfte sich ausbilden, verliert der Koriander einen Gutteil seiner Würzkraft und Fülle – und auf die kommt es ja schließlich an. Schon der griechische Arzt Hippokrates (460 bis 375 v. Chr.) verwendete dieses Kräutergewächs gegen Magen- und Darmbeschwerden und lag damit vollkommen richtig. Mittlerweile sind sich Kräuterkundler und Ärzte sicher, dass Koriander verdauungsfördernd und appetitanregend wirkt und überdies auch eine antibiotische Wirkung hat. Er soll sogar Schwermetalle wie Quecksilber aus dem Körper auszuleiten in der Lage sein.

Bei so vielen guten Eigenschaften sollte selbst denen, die den Koriander als nach Wanzen riechendes Kraut verunken, diese Pflanze etwas wert sein. Zum Beispiel einen Versuch.



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